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Neues Modell : Nissan Micra - das Allerweltsauto

25.10.2010 12:10 Uhrvon
Neuer Rahmen. Wo sind die schönen Kulleraugen des Vorgängers geblieben. Der neue Nissan. Foto: promoBild vergrößern
Neuer Rahmen. Wo sind die schönen Kulleraugen des Vorgängers geblieben. Der neue Nissan. - Foto: promo

Vielleicht fallen die inneren Schwächen des neuen Nissan Micra so auf, weil das Äußere an Charme verloren hat: Das Modell wird in 160 Ländern identisch angeboten.

Viele Frauen werden zwar nicht gerade weinen, aber schon sehr traurig sein. Denn Nissan hat den so beliebten kulleräugigen Micra (Frauenanteil über 70 Prozent) beerdigt. Sein Nachfolger, der im November bei uns auf den Markt kommt, hat nur noch den Namen mit der Knutschkugel gemein. Der Neue soll in insgesamt 160 Ländern völlig identisch verkauft werden. Und er soll nicht nur Millionen gleich gut gefallen, sondern gleichzeitig wegkommen vom „Tussifaktor“, hin zum Auto für Männer und mehr. Ein Wahnsinns-Auftrag.

In vierter Generation ist der Micra wieder leicht gewachsen (Länge plus 6,1 Zentimeter auf nun 3,78 Meter, Radstand plus 2,0 Zentimeter auf 2,48 Meter), bleibt aber unter dem neuen Standardmaß der Kleinwagenklasse von vier Metern.

Dennoch zählt der Micra nicht zu den engen Minis: viel Kopffreiheit, auch hinten. Nur für die Beine könnte mehr Platz sein. Der laut Nissan sieben Millimeter (!) größere Knieraum im Fond ist nicht zu spüren. Der Kofferraum bietet das Klassenübliche: 265 bis 1132 Liter. Die asymmetrisch teilbaren Rücksitze (erst ab mittlerem Niveau Acenta) lassen sich leicht umklappen; es entsteht eine ebene Ladefläche.

Nicht nur äußerlich ist dem neuen Micra Fröhlichkeit abhanden gekommen; das Cockpit besteht ausschließlich aus schwarzem Hartplastik, das im indischen Werk Chennai nicht sehr gut zusammengefügt worden ist: Derart unterschiedlichen Spaltmaße findet man bei europäischen Autos nicht. Und nur die teure Topversion Tekna (ab 15 440 Euro) verwöhnt das Auge mit zweifarbigem Cockpit. Schade: Gerade bei einem Weltauto erwartet man eine nicht nur in der Höhe, sondern auch in der Tiefe verstellbare Lenksäule – schließlich haben die Menschen in 160 Ländern Europas, Asiens und Amerikas verschiedene Staturen. Denen dürften auch die „Welt“-Sitze keine allzu große Freude bereiten: zu kurze Sitzflächen, kaum Seitenhalt, grobrastige Verstellung. Nach zweieinhalb Stunden meldet sich der Rücken. Sehr gut gelungen hingegen ist das Fahrwerk. Die ausgewogene Federung lässt diesen 3,84-Meter-Kleinwagen einfach stattlicher erscheinen als er tatsächlich ist. Da erspürt man den Fortschritt gegenüber dem Vorgänger.

Das kleine Ding fühlt sich in der City am besten aufgehoben: nur neun Meter Wendekreis, gute Übersichtlichkeit und eine Neuerung: der Parkguide misst beim langsamen Vorbeifahren, ob eine Parklücke groß genug ist und signalisiert dies auf einem Display. Einparken muss aber jeder nach wie vor selbst. Wichtiger: die hinteren Sensoren des 500 Euro teuren Systems werden beim Einlegen des Rückwärtsganges automatisch aktiviert und erkennen sogar Poller.

Zum Marktstart im November gibt es nur eine Motorisierung. Der Diesel wurde gestrichen; der stärkere Benziner folgt erst 2011 (siehe Kasten). Der neue Dreizylinder-Otto leistet 80 PS und hat es nur mit 980 Kilogramm Fahrzeuggewicht zu tun. Ihm fehlt es untenrum an Kraft. Aber er dreht quirlig hoch, kennt kaum Vibrationen und hat das typische sympathische Dreizylinderschnarren – jedoch gut gedämmt. Nissan verspricht glatt fünf Liter Super. Wir kamen auf zwei ruhig gefahrenen Testrouten auf 5,8 und auf 6,5 Liter.

Das 1200 Euro teure stufenlose Getriebe ist nur etwas für stoische Naturen und für die Stadt: Dort hilft es beim ständigen Anfahren und entspanntem Mitschwimmen. Über Land nervt es mit seinem Gummibandeffekt: Beim Gasgeben schreit der Motor auf und erst dann wird die Fuhre langsam schneller. Mehrverbrauch 0,4 Liter. Am besten, man probiert selbst, ob man das mag – 2011 soll das dann auch in einem Minivan und einer kleine Limousine möglich sein.

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