Autobranche : Chrysler will in Europa wachsen

Die vor dem Verkauf stehende Daimler-Tochter will die Expansion in Europa fortsetzen. Viele Händler sehen der Trennung von Daimler optimistisch entgegen. Unterdessen erfreut sich das Abfindungsprogramm des Autobauers großer Beliebtheit.

München/Auburn Hills Die vor dem Verkauf stehende Daimler-Tochter Chrysler will die Expansion in Europa auch nach der Übernahme durch die Investmentgesellschaft Cerberus Capital Management fortsetzen. Der US-Autobauer verfüge derzeit über mehr als 1000 Händler in Europa und will innerhalb der nächsten zwei Jahre diese Zahl um weitere 100 aufzustocken, sagte Thomas Hausch, Vice President International Sales bei Chrysler, der Fachzeitschrift "Automotive News Europe" (ANE). Chrysler werde seine Zusammenarbeit mit den bisherigen Großhändlern und Importeuren auf dem europäischen Markt fortsetzen.

Unterdessen berichtete die "Detroit Free Press", das Interesse am Abfindungsprogramm der Chrysler Group sei deutlich höher als vom Konzern angenommen. Knapp 6400 Beschäftigte wollten mit Abfindungen ausscheiden, schreibt die Zeitung. Hintergrund sei die Unsicherheit über die Zukunft des Autobauers nach der Übernahme durch Cerberus. Allerdings wolle sich Chrysler wegen der schlechten Absatzahlen in diesem Jahr nur von 4700 Arbeitern trennen. Das Management sei über die hohe Zahl der Ausscheidungswilligen überrascht. DaimlerChrysler hatte zu Jahresbeginn angekündigt, in drei Jahren 13 000 Stellen bei Chrysler streichen zu wollen.

Analysten: Trennung hilft Chrysler

Die "Automotive News Europe" schrieb weiter, einige Händler sähen der Trennung von Daimler sehr optimistisch entgegen. Das gelte etwa für die 56 Vertragspartner in Spanien, erklärte Francisco Salazar Simpson, Präsident der spanischen Chrysler-Jeep-Dodge-Händlervereinigung. Die Händler erwarteten von Cerberus größere Investitionen, die die Gewinne verbessern würden.

Auch nach Meinung von Analysten könnte die bevorstehende Trennung Chrysler helfen. "Angenommen die Europa-Offensive bringt mehr Zuspruch für Chrysler, dann glaube ich, dass es vorteilhaft sein könnte, nicht mit Mercedes-Benz verbunden zu sein", sagte Philip Wade von HWB International. (mit dpa)