Autoindustrie : 73.000 Beschäftigte streiken bei General Motors

Etwa 73.000 Beschäftigte des Autobauers General Motors (GM) haben gestern in den USA nach dem vorläufigen Scheitern der Tarifverhandlungen die Arbeit niedergelegt. Eine Montagewerk des Autoherstellers musste bereits schließen.

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Janesville, Wisconsin: Ein streikender GM-Fabrikarbeiter drückt seinen Unmut aus. -Foto: dpa

Detroit/OttawaDie Gewerkschaft UAW hatte nach wochenlangem Streit  mit der Unternehmensführung über die Erneuerung des Mitte September  ausgelaufenen Tarifvertrages zum Streik aufgerufen. Durch die Arbeitsniederlegungen in den USA sind im Nachbarland Kanada nach  Befürchtungen dortiger Gewerkschafter kurzfristig bis zu 100.000 Arbeitsplätze auch bei Zulieferern bedroht.
  
Einer der Hauptstreitpunkte war die medizinische Versorgung Hunderttausender pensionierter Mitarbeiter des Unternehmens. Gewerkschaftsführer Ron Gettelfinger sagte gestern allerdings, die Auseinandersetzungen um die Altersvorsorge hätten den Streik nicht ausgelöst, im Zentrum habe vielmehr die Arbeitsplatzsicherheit gestanden. Die UAW wirft dem Konzern vor, den Wettbewerb mit asiatischen Autoherstellern auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen. Seit 2005 hat GM mehr als zehn Werke geschlossen, dabei gingen etwa 30.000 Arbeitsplätze verloren.
  
Die Unternehmensführung von GM zeigte sich gestern enttäuscht über das Verhalten der Gewerkschaften. Sie hoffe, bald zu einem  Abschluss zu kommen. Beim letzten große Arbeitskampf 1998 traten die GM-Beschäftigten 53 Tage in den Ausstand, das Unternehmen verlor dadurch etwa zwei Milliarden Dollar.
  
Die New Yorker Wall Street schloss gestern nach Bekanntwerden des Streiks schwächer: Der Dow-Jones-Index büßte 61,13 Punkte ein und schloss mit 13.759,06 Zählern, der Technologie-Index Nasdaq nach einem Verlust von 3,27 Zählern mit 2667,95 Punkten. Auch die Aktie des Autobauers verlor 0,57 Prozent und fiel auf 34,74 Dollar. (mit AFP)