Backwaren : Brot und Brötchen werden erneut teurer

Zum Anfang nächsten Jahres werden die Preise für Backwaren abermals steigen. Die Großbäckereien begründen den Schritt mit gestiegenen Rohstoffkosten. Nachteilig wirkt sich jetzt das Ende vieler kleiner, handwerklicher Betriebe aus.

Backwaren
Preisanstieg: Ab Januar werden Backwaren erneut teurer. -Foto: ddp

DüsseldorfBei Brot und Brötchen müssen die Verbraucher binnen weniger Monate mit weiteren Preisanhebungen rechnen. Großbäckereien wollen erhebliche Kostensteigerungen bei zahlreichen Rohstoffen und bei Energie in den kommenden Monaten an den Einzelhandel und die Verbraucher weiterreichen. Zum Anfang des kommenden Jahres zeichne sich eine neue Preiserhöhungsrunde für den Lebensmittel-Einzelhandel ab, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Großbäckereien, Helmut Klemme. Die turnusmäßigen Preisverhandlungen zwischen den einzelnen Großbäckereien und Handelskonzernen liefen gegenwärtig noch.

Diese zweite Preiserhöhungsrunde werde voraussichtlich kleiner ausfallen als die erste, die bereits seit den Sommermonaten laufe. Die Preissteigerungen bewegten sich im einstelligen Prozentbereich. Bei einigen Backwaren wie Butter-Croissants könnten sie auch stärker ausfallen. Nach Verbandseinschätzung haben die Großbäckereien bei der ersten Preiserhöhungsrunde, die vor allem auf die deutlich höheren Mehl- und Butterpreise zurückgehe, bisher ungefähr zwei Drittel der geplanten Preiserhöhungen umgesetzt. Bei der zweiten Preiserhöhungsrunde im kommenden Jahr gehe es dann insbesondere um gestiegene Energiekosten und Verpackungskosten der Großbäckereien.

Marktanteil der Discounter steigt

Der Verband, dessen Mitgliedsunternehmen mehr als 60 Prozent des Branchenumsatzes repräsentierten, sieht eine wachsende Bedeutung des Einzelhandels im Brotgeschäft. Der Anteil von Supermärkten, SB-Warenhäusern und Discountern sei von 59,5 Prozent 2004 auf 60,3 Prozent 2006 gestiegen. Diese Tendenz werde sich fortsetzen. Dabei könnten die Lebensmittel-Discounter, die allein bereits mehr als ein Drittel des Brotmarktes beherrschten, auch wegen steigender Preise weiteren Auftrieb bekommen. Die Zahl der Filialbäcker werde zunehmen, die Zahl der Einzelbäckereien dagegen abnehmen.

Diese Strukturveränderungen wirkten sich nicht negativ auf die Vielfalt aus. "Das Angebot an verschiedenen Brot- und Backwaren hat sich in den letzten Jahren vergrößert trotz der gesunkenen Zahl handwerklicher Bäckereien", unterstrich Klemme. Deutschland sei mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von fast 87 Kilogramm Brot und Brötchen im Jahr 2006 in Europa Spitze. Bundesweit würden über 300 Brotsorten angeboten. Hinzu kämen 1200 verschiedene Klein- und Feingebäcke. (mit dpa)