Der Tagesspiegel : Bad Saarow will Radweg selbst bauen Für Strecke um Scharmützelsee würden Hoteliers zusammenlegen

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Brandenburgs überregional bekanntester Kurort Bad Saarow klagt über mangelnde Unterstützung seitens der Landesbehörden. „Es ist ein Unding, dass der Scharmützelsee noch immer nicht mit dem Fahrrad umrundet werden kann“, sagte Bürgermeisterin Gerlinde Stobrawa (PDS) am Dienstag. „Wir stehen mit unseren StraßenbauProjekten in der Prioritätenliste des Landes erst an 35. Stelle. Doch nur wer Straßen baut, bekommt auch Geld für Radwege.“ Die immer zahlreicheren Radfahrer unter den Urlaubsgästen müssten weiterhin auf „höchst gefährlichen Landstraßen“ fahren.

Unterstützung erhält die Bürgermeisterin von den meisten Hoteliers des 4000 Einwohner zählenden Ortes. „Da wir bei unseren Gästen täglich die große Nachfrage nach guten und ausgeschilderten Radwegen spüren, überlegen wir jetzt einen Vorstoß der Unternehmer“, kündigte der Direktor des vor zehn Monaten eröffneten Hotel Esplanade, Peter Hoeck-Domig an. „Wenn jeder Betrieb für die Finanzierung eines Teilstückes aufkommt, schaffen wir es.“ Ein Beispiel sei die hauptsächlich mit Spendengeldern gesicherte Renovierung des Bahnhofes.

Die ins Stocken geratene Entwicklung in Bad Saarow hat jedoch auch Ursachen in der Gemeinde selbst. Seit zwei Jahren gibt es aus finanziellen Gründen keinen Kurdirektor mehr, der Geld beschaffen und die Unternehmer an einen Tisch bringen könnte. Unzufrieden zeigte sich damit der Bauunternehmer Dietmar Otremba, einer der Eigentümer des Hotels Esplanade. „Der Internet-Aufritt Bad Saarows ist völlig unbefriedigend. Dafür gibt es jetzt gleich zwei Hochglanzbroschüren über touristische Angebote im Ort“, kritisierte er. Gelassen sieht Otremba der für das Frühjahr angekündigten Wiedereröffnung des Hotels „Das Brandenburg“ entgegen. „Je mehr Menschen wir gemeinsam anlocken, desto besser für Bad Saarow.“ Ste.

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