Bahn-Streiks : Lokführer wollen Geißler als Schlichter

Der CDU-Politiker Heiner Geißler soll nach Ansicht der GDL den verfahrenen Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der GDL lösen. Für das kommende Wochenende wollen die Lokführer weitere Streiks nicht ausschließen.

Heiner Geißler
Heiner Geißler soll nach dem Willen der GDL im Bahn-Tarif-Streit schlichten. -Foto: ddp

BerlinDie GDL hofft auf Heiner Geißler als Schlichter. "Das wäre mir ein sehr sympathischer Mensch für diese Rolle", sagte Schell. Geißler sei jemand, der "logischerweise auch ein Stück Arbeitnehmerbezug" habe und bereits Erfahrungen als Schlichter. Laut GDL hat sich Geißler bereits bereit erklärt, in dem Tarifkonflikt bei der Bahn die Rolle des Moderators zu übernehmen.

Der 77 Jahre alte CDU-Politiker hat zwischen 1997 und 2002 vier Mal im Baugewerbe als Schlichter eine Lösung im Tarifkonflikt herbeigeführt. Ein Bahnsprecher sagte, man sei in der Frage eines Vermittlers mit dem GDL-Vorsitzenden Schell im Gespräch. Geklärt werden müsse auch, ob ein oder zwei Vermittler zum Einsatz kommen sollten. Mögliche Kandidaten wollte er nicht nennen. Schell hatte mehrfach gesagt, es reiche ein Vermittler, wenn eine unparteiische Persönlichkeit gefunden werde.

Die GDL schließt Streiks am kommenden Wochenende nicht aus - falls das Arbeitsgericht Nürnberg zuvor das Streikverbot für den Güter- und Fernverkehr aufhebt. "In diesem Fall schließe ich insbesondere eine Bestreikung des Güterverkehrs nicht aus", sagte der stellvertretende GDL-Vorsitzende Claus Weselsky. Auch am Samstag und Sonntag sei das Aufkommen im Güterverkehr sehr hoch, so dass der Arbeitgeber an einem neuralgischen Punkt getroffen würde, sagte der Gewerkschaftsvize. Der Personenverkehr werde hingegen bis Montag definitiv nicht bestreikt. (mit dpa)