Bahn-Tarifstreit : Tiefensee mahnt Schell

Der Bundesverkehrsminister hat nur einen der beiden Tarifkontrahenten im Streit um die Lokführergehälter ermahnt: GDL-Chef Manfred Schell. Dieser solle sich mäßigen und an den Verhandlungstisch zurückkehren.

BerlinIm aktuellen Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL hat Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) nur GDL-Chef Manfred Schell schriftlich ermahnt. Er habe Schell in seinem Brief „zur Mäßigung aufgerufen“ und zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgerufen, sagte eine Tiefensee-Sprecherin vor der Bundespressekonferenz. Ähnliche Appelle an Schells Tarifkontrahenten Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hat es danach nicht gegeben.

Nur wegen der Äußerungen von Schell in den letzten Tagen habe es der Minister als „angemessen“ angesehen, an den GDL-Chef zu appellieren, so die Sprecherin. Im übrigen müsse die Regierung die Tarifautonomie beachten. Schell hatte kürzlich im „stern“-Interview das Angebot der Bahn, einmalig 2000 Euro an die Lokführer zu zahlen, als „Volksverblödung“ bezeichnet. Dies sei „Geld, das den Kollegen ohnehin schon gehört“. Auch hatte er Bahn-Personalchefin Margret Suckale als „Außerirdische“ kritisiert, die die Eisenbahnerfamilie zerstört habe. Tiefensee selbst machte jetzt seinem Ärger über Schell im ARD-„Morgenmagazin“ Luft: „Mittlerweile haben die Worte, die er wählt, den Boden der Sachlichkeit verlassen.“ (mit dpa)