Bahn-Tarifverhandlungen : Mehdorn wirbt für sein Angebot

Bahn-Chef Mehdorn wirbt in einem Sitzungsmarathon im Bahn-Tower für seine neue Offerte für die Lokführergewerkschaft. GDL-Chef Schell will aber erst im Rahmen eigener Verhandlungen mit Mehdorn sprechen.

BerlinOhne die Beteiligung der Lokführergewerkschaft GDL hat in Berlin ein Spitzentreffen von Bahnchef Hartmut Mehdorn und den Vorsitzenden der Gewerkschaften Transnet und GDBA begonnen. Schell sei zwar eingeladen gewesen, werde an den Gesprächen aber nicht teilnehmen, sagte GDL-Sprecherin Gerda Seibert. "Dort geht es nicht um unser Thema", betonte sie. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen will Mehdorn den Gewerkschaften ein neues Vergütungssystem für die Bahn-Beschäftigten vorstellen, das gut ausgebildete und leistungsstarke Mitarbeiter finanziell besserstellt. Auf diese Weise könnte auch die Forderung der überdurchschnittlich qualifizierten Lokführer nach einer Lohnerhöhung erfüllt werden.

Schell will sich heute mit Mehdorn zu einer neuen Runde der Tarifgespräche für das Fahrpersonal treffen. Die Deutsche Bahn will dann offenbar ein neues Angebot vorlegen, um den von der Gewerkschaft angedrohte Streik noch abzuwenden, hieß es aus Verhandlungskreisen. Kernpunkt des Bahn-Vorschlags sei ein Berufs- und Ausbildungsvertrag für die Lokführer, hieß es. Die GDL reagierte zurückhaltend. "Wir wollen keine Nebenkriegsschauplätze eröffnen", sagte Seibert. In erster Linie müsse es um die Entgeltverhandlungen gehen.

Hansen sagte, die drei Bahn-Gewerkschaften seien sich prinzipiell einig, "dass Lokführer und andere Berufsgruppen strukturell besser gestellt werden müssten". Sollten sich die GDL und die Bahn aber auf einen höheren Tarifabschluss einigen, als ihn Transnet und GDBA vor gut einer Woche erreicht hätten, "würde das den Betriebsfrieden gefährden", sagte er. Der Tarifabschluss von Transnet und GDBA sieht 4,5 Prozent mehr Geld vor, die GDL fordert für ihre Mitglieder hingegen deutlich über 20 Prozent. (mit dpa)