Der Tagesspiegel : Bahnen aus dem Havelland überfüllt

Nach Fahrplanumstellung weniger Züge nach Berlin

Klaus Kurpjuweit

Nauen - Die Bahn erwartet, dass mit dem neuen Nord-Süd-Tunnel in Berlin und dem Fahrplanwechsel vom vergangenen Sonntag die Zahl der Fahrgäste steigt und damit die Züge auch voller werden. Denn auf vielen Verbindungen verkürzt sich die Reisezeit erheblich. Voller sind die Züge bereits am ersten Werktag nach der Umstellung geworden – vor allem aus Richtung Falkensee und Nauen. Aus dem Havelland fahren jetzt nämlich erheblich weniger Züge ins Zentrum von Berlin als vor der Umstellung. Auch wenn die Zahl der Fahrgäste nicht steigt, werden die Waggons voller, weil sich die Passagiere in weniger Zügen drängeln.

Die Züge aus Norden und Süden fahren nicht mehr über Falkensee, weil sie jetzt den direkten Weg durch den Tunnel in Berlin nehmen. Bisher war ein Umweg über die Ost-West-Stadtbahn erforderlich, wovon die Havelländer profitierten, weil so die Züge auch bei ihnen hielten. So konnte man bisher aus Falkensee stündlich zweimal direkt ins Berliner Zentrum fahren und dreimal immerhin bis nach Charlottenburg. Jetzt beschränkt sich das Angebot auf eine umsteigefreie Verbindung pro Stunde ins Berliner Zentrum. Außerdem fährt kurz danach ein Regionalexpress ab, der im Berliner Hauptbahnhof und im neuen Bahnhof Südkreuz in Berlin hält. Im Berufsverkehr gibt es außerdem zusätzliche Fahrten nach Charlottenburg. Ansonsten müssen die Fahrgäste jetzt in Spandau in die S-Bahn umsteigen.

Zusätzliche Züge müssten die Länder Brandenburg und Berlin bei der Bahn bestellen. Weil die Bundesregierung den Etat für solche Leistungen aber kürzen will, ist nicht damit zu rechnen, dass das Angebot erweitert wird. Im Gegenteil: Weitere Kürzungen sind, wie berichtet, bereits beschlossen. So fahren unter anderem von Dezember an keine Züge mehr zwischen Werneuchen und Tiefensee.

Nachteilig wirkt sich das neue Bahnkonzept auch für Potsdam und Schönefeld aus. Dort halten keine IC-Züge mehr. Die ICE-Stopps hatte die Bahn schon vorher aufgegeben.

Andere Regionen profitieren dagegen erheblich. So verkürzt sich etwa die Reisezeit von Fürstenberg ins Berliner Zentrum von 84 auf 65 Minuten, von Gransee sind es statt 76 Minuten nur noch 42 Minuten.

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