Bahnstreik : Lokführer drohen mit Streiks bis Weihnachten

Die Lokführer-Gewerkschaft lässt nicht locker: Der größte Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn legt Deutschlands Zugverkehr für 62 Stunden lahm. Doch falls sich der Bahnvorstand nicht auf die Forderungen der GDL zu bewegt, soll nachgelegt werden - mit einem Streik bis Weihnachten.

BerlinNotfalls wird die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) bis Weihnachten streiken, sagte Hans-Joachim Kernchen, Bezirksvorsitzender der Gewerkschaft im Inforadio des RBB. Wenn sich nach dem jetzt für 62 Stunden anberaumten Streik der Bahnvorstand nicht bewege, werde es als "letztes Mittel" einen unbefristeten Streik geben. "Wir können noch lange aushalten." Kernchen lehnte eine Schlichtung im Tarifkonflikt ab. Dann würde es wieder eine Friedenspflicht geben. Die beste Lösung sei eine am Verhandlungstisch.

Von dem seit Mittwoch andauernden größten Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn sind Millionen Pendler und erstmals auch Fernreisende betroffen. Besonders im Osten Deutschlands gebe es massive Behinderungen im Regionalverkehr, sagte ein Bahnsprecher am Donnerstagmorgen. Dort seien nur zehn Prozent der Züge unterwegs. Im Westen ist die Situation für Pendler und Reisende Bahnangaben zufolge etwas besser: In Baden-Württemberg, Hessen und im Saarland fahren beispielsweise bis zu 70 Prozent der Züge. Im Fernverkehr seien, wie im Ersatzfahrplan vorgesehen, etwa zwei Drittel der Züge unterwegs. In Berlin seien einige ICE am Morgen aber nicht pünktlich abgefahren, sagte der Sprecher.

Streik soll vorerst bis Samstag dauern

Der Ersatzfahrplan sei wie geplant angelaufen, sagte der Bahn- Sprecher. Im S-Bahnverkehr in Stuttgart und in Hessen fährt den Angaben zufolge etwa ein Drittel der Züge. In der Berliner Innenstadt verkehrten die S-Bahnen im 20-Minuten-Takt, in den Außenbezirken im 40-Minuten-Takt.

Nach dem Güterverkehr bestreikt die Lokführergewerkschaft GDL seit 2 Uhr auch den Personenfern- sowie den Nahverkehr. Der Streik im Fern- und Nahverkehr soll 48 Stunden lang bis Samstag, 2 Uhr dauern. Seit Mittwochmittag haben Lokführer bereits ihre Arbeit im Güterverkehr niedergelegt, der Streik dort soll ebenfalls am Samstagmorgen enden. (mit dpa)