Der Tagesspiegel : Bahnverkehr: Mehr Wagen für die vollen Züge

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In den oft überfüllten Zügen der Regional-Express-Linie RE 1 zwischen Magdeburg/Brandenburg und Frankfurt (Oder) gibt es in Zukunft mehr Platz. Nach dem Kauf von 30 weiteren Doppelstockwagen kann die Bahn nun vier statt drei Wagen in den Zügen einsetzen, der bisherige Ersatz in Form von alten Schnellzugwagen der Reichsbahn ist nicht mehr erforderlich. Auf diese nicht umgebauten D-Zug-Wagen musste die Bahn bisher zurückgreifen, weil die RE-Züge zum Teil mit Tempo 160 fahren, wofür andere Wagen nicht zugelassen sind. Die alten Wagen werden jetzt im Regionalverkehr ausrangiert.

Die 30 neuen, klimatisierten Doppelstockwagen kosteten zusammen 62 Millionen Mark. 43 Millionen Mark steuerte das Land bei. Ohne diese Zahlung war die Bahn nicht bereit, die Wagen zu kaufen. Dabei sind die Regional-Express-Züge, die mit ihrer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h bundesweit mit zu den schnellsten Zügen im Nahverkehr gehören, ein Renner. Die Zahl der Fahrgäste hat sich in den vergangenen sechs Jahren nach Angaben von Regionalbahnchef Hans Leister fast verzehnfacht.

Der vierteilige Zug aus Doppelstockwagen hat 438 Sitzplätze. Mit einstöckigen Wagen wären es nur 336. Zudem gibt es in den roten Doppelstöckern Platz für Rollstühle, Fahrräder und Kinderwagen. Im Servicewagen stehen außerdem Imbissautomaten.

Auf anderen Strecken müssen die Fahrgäste dagegen mindestens bis September auf neue Fahrzeuge warten. Mit dem "GTW 2/6" haben jetzt erst wieder, wie berichtet, die Probefahrten begonnen, die wegen Mängeln abgebrochen worden waren. 10 000 Kilometer müssen die Neuen vor ihrem Einsatz pannenfrei absolvieren. Fahren sollen sie unter anderem als "Prignitz-Express" zwischen Berlin und Wittenberge über Neuruppin. Dann werden auch die alten Schienenbusse ("Ferkeltaxen") ausgemustert.

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