Balda : Für das iPhone fehlen Teile

Der deutsche Zulieferer Balda soll Engpässe bei Sharp überbrücken helfen. Die zusätzliche Order soll allerdings über ein chinesisches Werk abgewickelt werden.

Axel Postinett (HB)

Düsseldorf - Der amerikanische Technikkonzern Apple hat nach Informationen des Handelsblattes seine Order für „iPhone“-Bildschirme bei dem deutschen Zulieferer Balda deutlich erhöht. Hintergrund sollen Lieferverzögerungen des zweiten Herstellers, der japanischen Sharp, sein. Balda werde kurzfristig über den Bau eines zweiten Werkes für Berührungsbildschirme entscheiden.

Die Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab. Ein Balda-Sprecher erklärte lediglich, man erwäge tatsächlich eine Erweiterung des Werkes im chinesischen Xiamen. Die Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Am dortigen Bildschirmhersteller TPK ist der Konzern mit Sitz im nordrhein-westfälischen Bad Oeynhausen mit knapp 50 Prozent beteiligt. „Wir wollen in diesem Bereich generell stark wachsen“, sagte der Sprecher.

Die Herstellung des Bildschirms für das Mobiltelefon iPhone, das ab 29. Juni in den USA verkauft wird, ist offenbar komplizierter als erwartet. Nach Informationen aus japanischen Branchenkreisen bereitet die mechanische Verbindung des Bildschirms mit der schützenden Glasoberfläche noch Probleme.

Lieferengpässe bei Komponenten könnten für Apple fatale Folgen haben. Der Konzern, dessen Börsenwert im Zuge der iPhone-Euphorie erstmals über 100 Milliarden Dollar (74 Milliarden Euro) geklettert ist, will zehn Millionen Telefone im kommenden Jahr verkaufen. Analysten erwarten einen Absatz von bis zu 200 000 Geräten in den ersten zwei Tagen und drei Millionen bis Jahresende. „Wären es nur 100 000 verkaufte Geräte zu Beginn, wäre das schlecht für den Aktienkurs“, sagte Analyst Andy Hargreaves von Pacific Crest Securities der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Erwartungen der Investoren seien extrem hoch, was schnell zu Enttäuschungen führen könnte. Das iPhone soll zwischen 499 Dollar und 599 Dollar kosten.

Weder Balda noch Sharp haben je bestätigt, Displays für das iPhone zu liefern. Zumindest Sharp ist aber im „DWS Go iPhone“-Zertifikat als Teilelieferant mit einer Gewichtung von drei Prozent vertreten. Balda hatte im Januar den generellen Abschluss eines Liefervertrags mit Apple bekannt gegeben.Axel Postinett (HB)