Balkan : Kosovo-Treffen ergebnislos vertagt

Fortschritte, aber keine Ergebnisse. So lautet das Fazit der jüngsten Verhandlungsrunde über die Zukunft des Kosovo. Die Gespräche Russland, EU und den USA wurden auf Ende Oktober vertagt.

BrüsselDie Verhandlungen über den künftigen Status des nach Unabhängigkeit strebenden Kosovo sind in Brüssel ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen. Spitzenvertreter von Serben und Kosovo-Albanern präsentierten ihre unterschiedlichen Vorstellungen zur Zukunft der südserbischen Krisenprovinz, teilte die Vermittler-"Troika" (EU, Russland, USA) in einer Erklärung mit.

Die nächste Runde ist für den 22. Oktober in Wien geplant. Nach Einschätzung des verantwortlichen EU-Sondervermittlers Wolfgang Ischinger sind die Gespräche nun in einer "entscheidenden Phase" angelangt.

Die Vermittlergruppe führte auch Einzelgespräche mit jeder Seite, um Kompromissmöglichkeiten auszuloten. Am Tisch saßen Kosovo-Präsident Fatimir Sejdiu und Regierungschef Agim Ceku. Aus Serbien kamen Außenminister Vuk Jeremic und Kosovo-Minister Slobodan Samardzic in die belgische Hauptstadt. Die Runde dauerte rund vier Stunden.

Serbien gegen Unabhängigkeit des Kosovo

Eine erste direkte Gesprächsrunde hatte es Ende September in New York gegeben. Serbien lehnt die vom UN-Sonderbeauftragten Martti Ahtisaari vorgeschlagene Unabhängigkeit des Kosovo ab. Die Kosovo-Albaner hingegen streben nach Trennung von Serbien und staatlicher Selbstständigkeit. In der südserbischen Provinz leben knapp zwei Millionen Albaner und knapp 100.000 Serben. Die Troika soll bis zum 10. Dezember dem UN-Sicherheitsrat einen Bericht vorlegen.

"Beide Seiten stellten Fragen und antworteten auf die Vorschläge der jeweils anderen Seite", schrieb die Troika. Die Verhandlungspartner wollen sich an ihre Verpflichtung halten, von Provokationen abzusehen. Die Troika mahnte, dass die Wahlen im Kosovo am 17. November alle Gruppen umfassen und unter sicheren Bedingungen stattfinden müssen.

Die Zeit wird knapp

Ischinger sagte vor Beginn des Brüsseler Treffens, die Halbzeit bei den Gesprächen sei nun überschritten. "In anderen Worten: Zeit wird zu einem wichtigen Faktor", sagte der deutsche Spitzendiplomat. Eine Aufhebung von Visabeschränkungen der EU gegenüber serbischen Bürgern könnte auch zu einem Fortschritt beitragen. Ischinger vertritt die EU in der Troika.

Diese Dreiergruppe war gegründet worden, nachdem Russland im Juli durch die Androhung eines Vetos im UN-Sicherheitsrat eine Abstimmung über den Ahtisaari-Plan verhindert hatte. (mit dpa)