Balkan : Kosovo-Verhandlungen gescheitert

Die letzte Gesprächsrunde zwischen Serben und Kosovo-Albanern über die Zukunft der Provinz ist heute ohne Einigung zu Ende gegangen. Nun will der Präsident des Kosovo, Fatmir Sejdiu, umgehend die Unabhängigkeit ausrufen.

Baden Nach den dreitägigen Verhandlungen der so genannten Kosovo-Troika aus Vertretern der EU, Russlands und der USA in Baden bei Wien sagte der deutsche Diplomat Wolfgang Ischinger: "Zu unserem Bedauern haben sich beide Seiten nicht über den künftigen Status (des Kosovos) geeinigt". Die von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon im August mit der Vermittlung beauftragte Troika habe alles Menschenmögliche versucht", eine Verhandlungslösung herbeizuführen. "Es ist nichts unversucht geblieben". Beide Seiten hätten allerdings klar gemacht, "dass sie Gewalt zur Lösung des Konflikts ausschließen".

Zuvor hatte Kosovo-Präsident Fatmir Seidju in Baden bei Wien nach einem letzten Gespräch unter Vermittlung der Troika erklärt: "Leider haben wir keine Übereinkunft erzielt". Weitere Verhandlungen mit Belgrad über den künftigen Status des Kosovos werde es nicht geben. da der Verhandlungsprozess vollständig ausgeschöpft worden sei. Sejdiu bekräftigte, Pristina werde die Unabhängigkeit von Serbien "so bald wie möglich" erklären. Dagegen bestand die serbische Verhandlungsdelegation auf weiteren Gesprächen mit den Kosovo-Albanern auch nach dem Stichtag 10. Dezember.

Nach Angaben Ischingers wird die Troika in den nächsten Tagen ihren abschließenden Bericht für den Sicherheitsrat verfassen und nach New York schicken. Eine Einigung in dem Gremium ist wegen des massiven Widerstands Russlands gegen die Unabhängigkeit des seit 1999 von den Vereinten Nationen verwalteten Kosovos nicht zu erwarten. (ae/AFP/dpa)