Ballett : Choreograf Moissejew gestorben

Der russische Choreograf Igor Moissejew ist im Alter von 101 Jahren verstorben. Der international renommierte, als einer der Väter des Balletts bekannte Russe, inspirierte Tanzensembles, wie die irische Formation Riverdance.

Moskau Einer der Väter des russischen Balletts und folkloristischen Tanzes, Igor Moissejew, ist im Alter von 101 Jahren in Moskau gestorben. Der über Russland hinaus bekannte Choreograf und Gründer des nationalen Volkstanzensembles starb in der Nacht zum Freitag, wie die Agentur Interfax nach Angaben des Kulturamtes meldete.

Seine Karriere begann der 1906 in Kiew geborene Sohn eines Anwalts am Bolschoi-Theater in Moskau, wo er bis 1939 als Solist und Charaktertänzer zahlreiche Triumphe feierte. Mit seinem 1937 gegründeten Volkstanzensemble wurde er in der ganzen Welt vom Publikum bejubelt und nach dem Krieg auch in den USA bekannt. Bis in die 1980er Jahre gastierte die Truppe auch immer wieder in der DDR.

Als Choreograf schuf Moissejew mehrere Handlungsballette wie "Fußballspieler" und "Spartakus". Auf Grundlage des folkloristischen Erbes der Völker der Sowjetunion und anderer Länder begründete Moissejew einen ganzen Zyklus choreografischer Szenen, die auch in zahlreiche Operninszenierungen Eingang fanden. Nach Meinung von Tanzexperten inspirierte Moissejew eine Vielzahl internationaler Kompanien bis hin zur irischen Formation Riverdance. (mit dpa)