Banken : Bei HSH Nordbank sollen vier von fünf Vorständen gehen

Bei der stark angeschlagenen HSH Nordbank steht laut einem Magazinbericht ein massiver Umbau des Vorstands an. Die Rettung der HSH Nordbank ist außerdem Thema in den zuständigen Ausschüssen des schleswig-holsteinischen Landtags.

Bis auf Bank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher sollen die restlichen vier Vorstände gehen, berichtet das "manager magazin" in seiner neuen Ausgabe unter Berufung auf den Aufsichtsrat der Bank. Auch der Anteilseigner Christopher Flowers billigt den Plan ausdrücklich und hat dies dem Aufsichtsrat und den Bundesländern Hamburg und Schleswig-Holstein bereits schriftlich mitgeteilt.

Mit dem Umbau wolle Nonnenmacher einen Schlussstrich unter die jüngste Serie von Misserfolgen des einstigen Hoffnungsträgers der Landesbankenszene ziehen und einen Neuanfang machen. Die Bank geriet wegen ihrer hohen Investitionen in risikoreiche Papiere unter die Räder und musste zuletzt mit Milliardenhilfen der Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein gestützt werden.

Spitzenbanker als Nachfolger

Die Rettung der HSH Nordbank ist am heutigen Donnerstag erneut Thema in den zuständigen Ausschüssen des schleswig-holsteinischen Landtags. Erstmals stehen den Abgeordneten dabei der Chef der Bankenaufsicht BaFin, Jochen Sanio, und der Leiter des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin), Hannes Rehm, Rede und Antwort. Die eigentlich für die kommende Woche vorgesehene Entscheidung will der Landtag auf Anfang April verschieben.

Der erst im November 2008 berufene Vorstandschef wolle die freiwerdenden Vorstandsposten sowie das derzeit unbesetzte Ressort des Risikochefs mit externen Kandidaten besetzen. Betroffen wären die Vorstände Peter Rieck, Bernhard Viskier, Jochen Friedrich und Frank Roth. Der 45-jährige Nonnenmacher versucht, das Ruder mit einer Konzentration auf das Kerngeschäft - der Finanzierung von Flugzeugen, Schiffen und Immobilien - herumzureißen. Die Bilanzsumme solle in den kommenden zweieinhalb Jahren auf 100 Milliarden Euro halbiert werden und risikobehaftete Papiere in einer geplanten sogenannten "Abbaubank" abgewickelt werden, heißt es in dem Bericht weiter. Der Vorstandschef habe einen ehemaligen Spitzenbanker als Nachfolger des als amtsmüde geltenden HSH-Aufsichtsratschefs Wolfgang Peiner vorgeschlagen. (nal/dpa)