Banken : Landesbank Berlin geht an Sparkassenverband

Der Dachverband der deutschen Sparkassen bekommt nach übereinstimmenden Zeitungsberichten den Zuschlag für die Landesbank Berlin. Der DSGV soll rund 4,5 Milliarden Euro geboten haben.

BerlinDie Entscheidung über den Verkauf der Landesbank Berlin Holding AG (LBB) ist offenbar gefallen. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) habe das Bieterrennen gewonnen, erfuhr die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires am Donnerstagabend von einer mit den Vorgängen vertrauten Person. Es bestehe nur noch eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass der DSGV nicht zum Zuge komme.

Der Abschluss des Verkaufs an den DSGV stehe unmittelbar bevor und könne sogar noch vor dem Wochenende stattfinden, sagte die informierte Person weiter. Der DSGV habe mit einer Offerte von über 4,5 Milliarden Euro für die LBB-Anteile das attraktivste Angebot vorgelegt. Ein Sprecher des Berliner Finanzsenators wollte diese Information nicht kommentieren. Der DSGV war zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Außerordentliche Senatssitzung anberaumt

Damit verbleibt die Landesbank mit ihrer Tochter Berliner Sparkasse im öffentlich-rechtlichen Lager. Das Land Berlin musste seine 81-Prozent-Beteiligung an der LBB auf Druck der EU-Kommission bis Jahresende verkaufen.

Bereits am heutigen Freitag wird der Berliner Senat zu einer außerordentlichen Sitzung wegen des LBB-Verkaufs zusammenkommen. Dabei gehe es um den "Stand der Verkaufsverhandlungen der Berliner Landesbank", wie die Senatskanzlei auf ihrer Internetseite mitteilt. Im Anschluss soll dann die Öffentlichkeit um 10 Uhr unterrichtet werden.

Der Sparkassenverband wollte durch seine Teilnahme am Bietprozess unbedingt verhindern, dass die Berliner Sparkasse mit ihren rund zwei Millionen Kunden in die Hände eines privaten Investors fällt und damit ein Präzedenzfall für die Privatisierung von Sparkassen geschaffen wird. Der Bietprozess war anfangs mit 19 Interessenten gestartet, am Schluss waren neben dem DSGV und der ebenfalls öffentlich-rechtlichen Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) nur noch die Commerzbank als einziger verbliebener privater Interessent übrig. Parallel wurde auch die Option einer Zweitplatzierung der LBB an der Börse verfolgt. (mit dpa/ddp/)