Der Tagesspiegel : Bankräuber nach 16 Jahren mit Gen-Analyse überführt

-

Meyenburg - Brandenburgs Polizei hat nach 16 Jahren den ersten Banküberfall, bei dem in den neuen Bundesländern ein Mensch getötet worden war, aufgeklärt. Eine DNA-Spur in der Maske eines der Bankräubers führte die Ermittler auf die Spur eines einschlägig bekannten Straftäters aus dem niedersächsischen Uelzen. Am Donnerstagnachmittag sei der 44-jährige Klaus B. verhaftet worden, teilten die brandenburgischen Behörden am Freitag mit. Gestern wurde Haftbefehl erlassen. Der Mann schweigt bislang zu den Vorwürfen.

Am 17. Januar 1991 hatten zwei Männer die Sparkasse in der Kleinstadt Meyenburg in der Prignitz überfallen. Zwei ABM-Kräfte, die Lärm aus der weitgehend ungesicherten Bank hörten, eilten mit Spaten und Kuhfuß zur Hilfe in die kleine Filiale. Einen Arbeiter schlugen die flüchtenden Räuber nieder, den zweiten erschossen sie im Vorraum der Bank. Sie hatten die Bankangestellten gezwungen, den Tresor zu öffnen und einen fünfstelligen DM-Betrag erbeutet.

Der Banküberfall galt als besonders dreist, da die Räuber anschließend noch die Sparkassenfiliale im nahen Freyenstein überfielen. Die Sparkassen in Meyenburg und Freyenstein gehörten in den 90er Jahren zu den am häufigsten überfallenen Banken in Ostdeutschland.

In dem später gefundenen Fluchtwagen fanden die Ermittler zwei Strumpf-Masken. Darin konnten Spezialisten des Landeskriminalamtes vor kurzem mit neuen Verfahren eine DNA-Spur sichern. Sie passte zu Klaus B., dessen DNA-Profil im bundesweiten Zentralregister gespeichert war. Gemeinsam mit einem anderen Täter hatte er weitere Straftaten begangen. Dieser zweite Mann, glauben die Ermittler, sei auch der Komplize in Meyenburg gewesen. Vernehmen können sie ihn nicht mehr – er hat sich 1991 nach einem gescheiterten bewaffneten Fluchtversuch aus dem Gefängnis erschossen. pete

0 Kommentare

Neuester Kommentar