Bankrott-Prozess : Freispruch für Ex-Mobilcom-Chef?

Vor dem Kieler Landgericht muss sich der ehemalige Mobilcom-Chef Gerhard Schmid wegen Bankrotts verantworten. Er soll Firmenanteile ohne Gegenleistung verkauft haben.

Gerhard Schmid
Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid. -Foto: ddp

KielIm Strafprozess gegen den Gründer und früheren Vorstandsvorsitzenden der Mobilcom AG, Gerhard Schmid, schließt die Staatsanwaltschaft Kiel einen Freispruch nicht mehr aus. Die zum Prozessauftakt von der Verteidigung vorgelegten Unterlagen belegten, dass ein Freispruch "der Fall sein könnte", sagte Staatsanwalt Axel Goos. Das Landgericht vertagte die am Vormittag begonnene Verhandlung vor dem Hintergrund neuer Erkenntnisse auf den 27. Juli.

Die Staatsanwaltschaft wirft Schmid vor, Firmenanteile im Wert von 500.000 Euro ohne Gegenleistung verkauft und damit eine Bankrotthandlung begangen zu haben. Der Ex-Manager von Mobilcom soll 2002 Geld ins Ausland transferiert haben, obwohl die Landesbank Sachsen gegen ihn einen Pfändungsbeschluss über umgerechnet zehn Millionen Euro erwirkt hatte. Dadurch sei die Zwangsvollstreckung der Bank ohne Erfolg geblieben. Schmid meldete 2003 Privatinsolvenz an. Im Falle einer Verurteilung droht Schmid eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. (mit dpa)