Basketball-EM : 47:77-Debakel gegen Slowenien

Die deutschen Basketballer haben verdient mit 47:77 gegen Slowenien verloren und müssen nun im nächsten Spiel gegen Italien gewinnen, um noch ins EM-Viertelfinale einzuziehen.

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Nichts zu machen: Patrick Femerling (links) kommt gegen Radoslav Nesterovic nicht zum Zug. -Foto: AFP

MadridNach einem Debakel müssen Deutschlands Basketballer bis zuletzt um den Einzug ins Viertelfinale der Europameisterschaft in Spanien zittern. Mit dem desaströsen 47:77 (22:45) gegen Slowenien kassierte das Team um NBA-Star Dirk Nowitzki in Madrid die dritte EM-Niederlage in Serie und steht weiter stark unter Zugzwang. Die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann muss jetzt das "Endspiel" gegen Italien am Mittwoch (16:30 Uhr/DSF) unbedingt gewinnen, um mit dem Einzug unter die letzten Acht ihre Chance auf ein Olympia-Ticket für Peking 2008 zu wahren.

Eine Herkules-Aufgabe: Denn in 16 Spielen bei Groß-Turnieren konnten die Deutschen gegen die "Azzurri" noch nie gewinnen. Bester Werfer bei einer der höchsten Pleiten der deutschen EM-Geschichte war einmal mehr Nowitzki, der mit 16 Punkten als einziger zweistellig traf.

Regelrecht vorgeführt

Das deutsche Team hätte die Partie gegen die noch unbesiegten Slowenen eigentlich entspannt angehen können. Denn nach Italiens 84:75-Sieg nach Verlängerung über die Türkei war klar, dass eine Niederlage nichts an der Ausgangslage änderte. Doch das Gegenteil war der Fall. Die "Bauermänner" erwischten einen katastrophalen Start und wurden von den auf Revanche für ihren Viertelfinal-K.o. 2005 sinnenden Slowenen regelrecht vorgeführt. Das 9:30 nach den ersten zehn Minuten war deprimierend und das schwächste Viertel-Ergebnis überhaupt. Nur 25 Prozent (vier von 16) betrug die blamable Wurfquote, die der bei ihren Würfen von Deutschlands desolater Deckung ungestörten Slowenen lag bei bemerkenswerten 75 Prozent (9/12).

Die Vorstellung der deutschen Auswahl, die sich vorgenommen hatte, als Mannschaft gut zusammen zu spielen, grenzte schon fast an Selbstaufgabe. Bauermann wechselte schon früh Bankspieler ein. Die als kompakte Einheit mit physischen Vorteilen auftrumpfenden Slowenen nutzten die Schwächen der phlegmatischen Deutschen gnadenlos aus. Auch der eng markierte Nowitzki konnte sich in der Konfusion kaum zurechtfinden. Der Topscorer der EM gestaltete das Ergebnis immerhin mit elf Punkten bis zur Pause geringfügig erträglicher.

Nach dem Wechsel zogen die Slowenen dann schnell auf 50:22 (22.) davon, während sich die Nowitzki & Co verzweifelt darum bemühten, das Debakel in Grenzen zu halten. Vergeblich, denn die zum Favoritenkreis zählenden Slowenen ließen keinen Deut nach und bauten ihre Führung bis auf 30 Punkte (28:58/28.) aus. Am Ende des dritten Viertels stand es 34:63, am bitteren Ende betrug der Rückstand 30 Punkte. Die letzten sieben Minuten der Blamage konnte sich Nowitzki von der Bank aus ansehen. (mit dpa)