Basketball-EM : Deutschland verpasst Gruppensieg

Trotz einer bravourösen Leistung und einer tollen Aufholjagd haben Deutschlands Basketballer den Gruppensieg bei der Europameisterschaft verpasst. Gegen die starken Litauer gab es eine knappe Niederlage.

Reinhard Schwarz[dpa]
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Gegen Litauen verlor das deutsche Team trotz einer starken Leistung. -Foto: AFP

Palma de MallorcaEinen Tag nach dem euphorisch gefeierten 79:49-Sieg gegen die Türkei verlor das Team um NBA-Superstar Dirk Nowitzki in Palma de Mallorca das Gruppen-Endspiel gegen den EM-Mitfavoriten aus Litauen nach einem "Krimi" am Ende knapp mit 80:84 (32:49) und zieht damit als Gruppenzweiter in die Zwischenrunde der 35. Europameisterschaft ein.

Dort trifft die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann in Madrid vom Samstag an auf Frankreich, Slowenien und Italien, das am Abend Polen mit 79:70 besiegte. Die jeweils ersten Vier der beiden Zwischenrunden-Gruppen sind für das Viertelfinale qualifiziert. Einen Vorrundensieg nimmt die deutsche Mannschaft auf jeden Fall mit. Beste deutsche Werfer gegen Litauen waren Nowitzki (28 Punkte), Ademola Okulaja (12) und Robert Garrett (10).

Litauer zogen zwischenzeitlich auf und davon

Vor 5800 Zuschauern im Velodrom von Palma hatte die deutsche Mannschaft einen verheißungsvollen Start und führte nach fünf Minuten mit 13:7 und 60 Sekunden später noch mit 15:13. Doch dann riss plötzlich der Faden. Mit einem 17:2-Lauf zur 30:17-Führung nach dem ersten Viertel schockten die aus der Distanz traumhaft sicher treffenden Balten die ihre Defensivarbeit fast völlig verweigernden Deutschen.

In der Offensive war der von den Litauern nicht immer mit fairen Mitteln eng gedeckte MVP-Anwärter Nowitzki fast völlig auf sich allein gestellt und bekam nicht die dringend nötige Unterstützung seiner Mitspieler. Diese gerieten mehr und mehr in Panik und verzettelten sich in erfolglosen Einzelaktionen. Die mit drei NBA-Profis angetretenen Litauer mit dem laut Bauermann "besten europäischen Spielmacher" Sarunas Jasikevicius (Golden State Warriors) gestatteten ihnen kaum freie Würfe.

Durch Hektik und Ballverluste schienen der deutschen Mannschaft die Felle davonzuschwimmen. Zur Pause lag sie bereits 32:49 und fünf Minuten danach mit 39:60 vermeintlich aussichtslos im Rückstand. Doch wie aus dem Nichts kamen die Deutschen noch einmal stark auf - und zurück in das auf einmal wieder ganz enge Spiel. Durch Nowitzki und Dreier des nun stark aufspielenden Frankfurter Spielmachers Pascal Roller kamen sie noch einmal sensationell heran, doch am Ende jubelten die glücklicheren Litauer.