Basketball-EM : Schwache Vorstellung gegen Frankreich

Eine schwache deutsche Verteidigung und ein glänzend aufgelegter Tony Parker haben Deutschland den Start in die Zwischenrunde der Basketball-Europameisterschaft vermasselt. Auch ein überzeugender Dirk Nowitzki konnte an der 66:78-Niederlage gegen Frankreich nichts ändern.

Reinhard Schwarz
Nowitzki
Ein überzeugender Dirk Nowitzki reichte nicht gegen Frankreich. -Foto: AFP

MadridDeutschlands Basketballer müssen um den Einzug ins Viertelfinale bei der Europameisterschaft in Spanien bangen. Nach der ernüchternden 66:78 (39:47) Niederlage gegen Frankreich zum Start der Zwischenrunde steht das Team um NBA-Star Dirk Nowitzki in den beiden folgenden Spielen gegen Slowenien am Montag (21.30/DSF) und Italien am Mittwoch (16.30/DSF) unter Zugzwang, denn nur die ersten Vier erreichen die Runde der letzten Acht. Mit dem Viertelfinal-Einzug würde Deutschland die Chance auf ein Olympia-Ticket für Peking 2008 wahren. Bester Werfer gegen den WM-Fünften Frankreich war einmal mehr Nowitzki mit 28 Punkten. Bei den Franzosen überzeugte Toni Parker mit 23 Zählern.

"Tony Parker hat es immer wieder verstanden, zum richtigen Zeitpunkt die Duftmarke zu setzen", sagte Bundestrainer Dirk Bauermann. "Die Franzosen hatten uns in weiten Teilen gut im Griff", meinte der Coach und kritisierte die Defensiv-Arbeit seines Teams: "Wir waren nicht wach genug in der Verteidigung. Damit haben wir sie stark gemacht."

Nach gutem Start begann die "Tony-Parker-Show"

Vor 8000 Zuschauern in der Madrid-Arena hatte das Nowitzki-Team mit dem Berliner Johannes Herber in der Anfangsformation einen guten Start, führte nach fünf Minuten mit 13:9 und hielt die Franzosen zunächst mit einer Zonenverteidigung gut in Schach. Doch dann brachte NBA-Star Parker von den San Antonio Spurs die "Equipe tricolore" heran und zum 15:13 (7.) erstmals in Führung. Sein von Frankreichs Defensive stark verteidigter MVP-Kontrahent Nowitzki fand dagegen nur langsam ins Spiel, traf nur einen seiner ersten fünf Würfe, um dann seine Ausbeute bis zur Pause auf 8 von 14 zu steigern.

Als die Franzosen nach dem ersten Viertel (20:26) ohne Parker ins zweite Viertel starteten, schaffte Nowitzki prompt den Ausgleich (28:28/13.). Parker kam wieder und gab den Franzosen sofort wieder Profil, die mit einem 15:2-Lauf auf 43:30 (18.) davon zogen. In dieser Phase sah die deutsche Deckung gegen Frankreichs Distanzschützen schlecht aus. Neben Nowitzki, der mit seinem ersten "Dreier" und 19 Punkten den Pausenrückstand (39:47) in Grenzen hielt, überzeugte vor allem Okulaja mit 14 Punkten bis zum Wechsel - danach ging nichts mehr für den Neu-Bamberger.

12:0-Lauf der Franzosen

Die zweite Halbzeit begann wie die erste. Die Deutschen verkürzten auf zwei Punkte (45:47/23.), um dann wieder einen eklatanten Durchhänger zu haben. Fünf Minuten blieben sie ohne Korb und sahen dem 12:0-Lauf des immer selbstbewussteren WM-Fünften zum 45:59 fast tatenlos zu. Am Ende des 3. Viertels lagen die "Bauermänner" mit 49:62 im Rückstand, weil auch in der Offensive kaum ein vernünftiger Spielzug zu Stande kam und Nowitzki mehr und mehr auf sich allein gestellt war.

Die erhoffte Aufholjagd wie im Vorrunden-Krimi gegen Litauen fand diesmal nicht statt. Stattdessen lud das deutsche Team mit schlechten Würfen und Ballverlusten den auf 69:51 davonziehenden Gegner förmlich zu leichten Punkten ein. Beim Stande von 64:78 gab sich das DBB-Team endgültig auf und Nowitzki ging 1:32 Minuten vor der Schlusssirene vom Feld. Nun wird es schwer für Deutschlands Korbjäger, doch Trainer Bauermann gab sich trotzdem optimistisch: ""Alle wissen, um was es geht." (mit dpa)