Basketball : Superstar Dirk Nowitzki glaubt an eine "Riesen-EM"

Nach einer dreieinhalbmonatigen Pause hat Dirk Nowitzki wieder richtig Lust auf Basketball. Mit der deutschen Nationalmannschaft bereitet sich der NBA-Superstar heute im Testspiel gegen China auf die EM vor.

159679_0_d3a4468b
Dirk Nowitzki beim Signieren von Autogrammen in Hamburg. -Foto:dpa

NeussDirk Nowitzki ließ die Journalistenschar warten. Mit Verspätung kam der Basketball-Superstar zum ersten Training des deutschen Nationalteams, weil der Auftritt der Rolling Stones am Mittwochabend in der Hamburger Fußball-Arena für ein Verkehrschaos sorgte. Dennoch entspannt, topfit, hoch motiviert und sympathisch präsentierte sich der NBA-Superstar von den Dallas Mavericks anschließend den Medien: "Ich freue mich, wieder bei den Jungs zu sein. Wir haben eine Supertruppe, und ich glaube, dass wir eine Riesen-EM spielen werden".

Sein Comeback wird der 29 Jahre alte "MVP" der nordamerikanischen Profiliga im Rahmen der Vorbereitung für die Titelkämpfe (3. bis 16. September) in Spanien im heutigen Testspiel (20:15 Uhr/live im DSF) gegen China feiern. Es folgen sechs weitere Spiele des Vizeeuropameisters, unter anderem am Sonntag (15 Uhr) in Mannheim erneut gegen den Olympia-Gastgeber, um Nowitzki Spielpraxis zu geben.

Abschalten in Australien

Dreieinhalb Monate habe er seit dem blamablen Erstrunden-Aus in den NBA-Playoffs am 3. Mai gegen die Golden State Warriors kein Spiel mehr bestritten, "deshalb muss ich nun sehen, wie es wieder geht". Sechs Wochen hatte sich Nowitzki in seiner Heimatstadt Würzburg mit seinem Mentor Holger Gschwindner vorbereitet und wieder Lust am Basketball gefunden.

"Nach den Play-Offs habe ich erst einmal Abstand gebraucht, das war eine riesige Enttäuschung. Deshalb habe ich mir eine achtwöchige basketballfreie Zeit genommen, so lange wie noch nie in meiner Karriere", berichtete der 2,13m lange Blondschopf, bevor er erstmals wieder mit den alten Kumpels aus dem Nationalteam auf den Korb warf. Die meiste Zeit habe er in Australien verbracht, "weil Basketball dort nicht so groß ist und ich nicht so oft erkannt worden bin. Da konnte ich abschalten".

"Schönster Tag in meinem Sportlerleben"

Dass er trotz des sportlichen Rückschlags zum "MVP" gekürt wurde, bedeute ihm sehr viel. "Das war der schönste Tag in meinem Sportlerleben", berichtete Basketball-Multimillionär Nowitzki (Jahresgehalt rund 17 Millionen Dollar), der in aller Bescheidenheit anmerkte: "Aber ich halte mich deshalb nicht für den besten Spieler der Welt." Kobe Bryant habe größere individuelle Fähigkeiten, ergänzte Nowitzki und reagierte schließlich doch noch auf die bohrenden Fragen der Medienvertreter: "Ja gut, vielleicht bin ich der beste Teamspieler".

Das wissen die deutschen Basketballer und besonders Bundestrainer Dirk Bauermann an Nowitzki zu schätzen. "An seiner Professionalität können sich viele ein Beispiel nehmen. Er ist ein Weltstar ohne Allüren. Er fordert keine Sonderbehandlung ein, das macht es jedem leicht, mit ihm zusammenzuarbeiten", berichtete der DBB-Coach. Er habe Nowitzki erstmals am Mittag im Hotel gesehen. "Im Unterhemd, und ich habe kein Gramm Fett an seinem Körper entdecken können."

Drei Wochen Feinarbeit

Nowitzki fiebert wie die Kollegen aus der DBB-Auswahl dem ersten Härtetest in der Hamburger Arena, die mit rund 13.000 Zuschauern vermutlich ausverkauft sein wird, entgegen. Bauermann hat die Mannschaft nach dem Trainingslager auf Mallorca auf drei Wochen Feinarbeit eingeschworen - auch, um Nowitzkis Träume zu realisieren: "Wir wollen den Erfolg von 2005 wiederholen und die Olympia-Qualifikation schaffen. Olympia würde ich gern einmal erleben. Denn das ist und bleibt das Größte für einen Sportler." (mit sid)