Der Tagesspiegel : Bauern wollen Proteste gegen niedrige Milchpreise fortsetzen

-

Paaren/Glien Der Präsident des Landesbauernverbands (LBV), Udo Folgart, hat weitere Protestaktionen gegen die niedrigen Milchpreise angekündigt. Deren Entwicklung sei „skandalös“ und „ruinös“, sagte er am Freitag vor etwa 1000 Landwirten auf der Landesbauernversammlung in Paaren/Glien. Der Grundpreis betrage derzeit lediglich rund 26 Cent. In den Geschäften werde der Liter Milch in Sonderaktionen für 33 Cent verramscht und sei billiger als Mineralwasser. Brandenburger Milchviehbetriebe seien deshalb in ihrer Existenz gefährdet. Erst am Dienstag hatten Landwirte vor der Großmolkerei Campina in Elsterwerda demonstriert. Ein massiver Polizeieinsatz löste die Protestveranstaltung auf.

Agrarminister Dietmar Woidke (SPD) sagte, der Lebensmitteleinzelhandel tue sich und der Gesellschaft mit der Preispolitik „keinen Gefallen“. Landwirte müssten für ihre Produkte „gerecht entlohnt werden“. Im Agrarministerium werde derzeit ein „Milchgipfel“ vorbereitet, der Woidke zufolge dazu beitragen soll, den Milchmarkt „auf Dauer“ zu entlasten.

Folgart, der als Parteiloser für die SPD im Potsdamer Landtag sitzt, verlangte von den Molkereien die Zahlung gewinnbringender Milchpreise. Von den Verbrauchern forderte er Solidarität mit den Bauern.

Die Versammlung fand anlässlich der 15. Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung (Brala) statt. Den Schwerpunkt der Schau bilden traditionell Präsentationen von alter und neuer Landtechnik sowie von Zuchttieren. Der Landesbauernverband wirbt für „Grüne Berufe“. Ein spezieller Markt weist auf die Vorzüge von Milch hin. Die Marketinggesellschaft „pro agro“ stellt die Vielfalt ländlicher Produkte von 40 Unternehmen vor. Bis Sonntag wird außerdem ein buntes Rahmenprogramm mit Musik und Unterhaltung geboten. ddp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben