Baumblütenfest : Wein, Weib und Gesang in Werder

Das 132. Baumblütenfest in Werder startete am Wochenende bei strahlendem Sonnenschein Ein Alternativprogramm mit Bustouren führt zu Obsthöfen. Und das neue Sicherheitskonzept bewährt sich

Hagen Ludwig,Thomas Wendel
Rund um den Obstwein. Diese Damen sitzen an der Quelle: Auf dem Fass steht ein Glassgefäß mit Hochprozentigem. In historischer Kleidung nahmen die Vier gestern am Umzug zum Baumblütenfest in Werder teil. Foto: dapd / Heimann
Rund um den Obstwein. Diese Damen sitzen an der Quelle: Auf dem Fass steht ein Glassgefäß mit Hochprozentigem. In historischer...Foto: dapd

Werder (Havel) - Zehntausende Menschen haben am Wochenende das 132. Baumblütenfest in Werder (Havel) besucht. Das größte Volksfest Ostdeutschlands begann am Samstag mit dem traditionellen Festumzug. Bei Sonnenschein säumten Tausende die Straßen. 76 Gruppen mit 40 Wagen nahmen daran teil. Bewährt haben sich nach den ersten Erfahrungen das neue Sicherheitskonzept und Wegeleitsystem der Stadt.

An der Spitze fuhren die frisch gekürte Baumblütenkönigin Victoria Tremel sowie Bürgermeister Werner Große (CDU), der im Anschluss in der Inselstadt den Startschuss für das über einwöchige Spektakel gab. „Die Stimmung ist klasse, Petrus hat es gut mit uns gemeint“, freute sich Große. Auch die Polizei war zufrieden und sprach von einem „ruhigen Auftakt“. Erwartungsgemäß hätten sehr viele Blütengäste am ersten Festwochenende den RegionalExpress RE1 nach Werder und die Sonderzüge genutzt, sagte der Pressesprecher der Bundespolizei, Sven Drese, am Sonntagnachmittag. Es habe jedoch keine Probleme bei der An- und Abreise gegeben. Insgesamt sei die Stimmung bisher friedlich gewesen, resümierte die Pressesprecherin des Festes, Anja Marx. Trotz des noch größeren Besucheransturmes als im Vorjahr sei es zu weniger Zwischenfällen gekommen. 2010 hatten zum Auftaktwochenende 180 000 Gäste das Blütenfest besucht.

Für Notfälle war im Vorfeld von den Veranstaltern ein neues Sicherheitskonzept erarbeitet worden. Der wichtigste Punkt dabei: Die Pontonbrücke des Technischen Hilfswerkes (THW) neben der Inselbrücke, die in den vergangenen Jahren den Einsatzkräften vorbehalten war, wurde auf 3,50 Meter verbreitert. Sie kann nun bei zu großem Andrang oder im Notfall als zweiter Fluchtweg für die Gäste genutzt werden. Zudem gibt es ein neues Wegeleitsystem.

Vom Hohen Weg über das Stadtzentrum bis zur Insel, in den Ortsteilen und entlang der Plantagen am Panoramaweg Werderobst kann gefeiert werden. Auf dem Baumblütenfest und in den Zügen ist die Mitnahme von Flaschen verboten.

Bis zum 8. Mai werden insgesamt wieder rund 500 000 Besucher in Werder erwartet. Sie können durch blühende Gärten spazieren und fruchtige Obstweine genießen. Auf acht Bühnen treten Bands und DJs auf. Allzu viele Baumblüten sind in diesem Jahr allerdings nicht mehr zu bestaunen. Durch den ungewöhnlich warmen Frühling sind die meisten Süßkirschbäume bereits verblüht. Birnen- und Apfelbäume stehen aber noch in voller Pracht.

Die 25-jährige Victoria Tremel war am Freitagabend auf dem Blütenball als neue Baumblütenkönigin gekürt worden. Beruflich ist sie als Gesundheits- und Krankenpflegerin im Potsdamer Klinikum „Ernst von Bergmann“ tätig. Ein Jahr lang obliegt ihr nun das mit vielen repräsentativen Terminen verbundene Amt.

Ein Alternativprogramm zum Festtrubel bieten die Havelbus-Verkehrsgesellschaft und etwa ein Dutzend Höfe in Werders Obstbauregion gemeinsam an. Ab Bahnhof Werder fahren Sonderbusse auf verschiedenen Routen durch blühende Obstplantagen und machen an verschiedenen Obsthöfen Halt. Dort kann man aussteigen und die Erzeugnisse der Region gleich aus erster Hand probieren. ,,Wir bieten hier etwas für eine Kundschaft, die ruhiger feiern möchte", sagt Obstbauer Michael Schulz. Leise Musik, Wein aus Gläsern statt Pappbechern, entspannte Atmosphäre. Das locke auch Einheimische.

Ein Hof zeigt alte Landtechnik, anderswo locken Obstbäume zum Spaziergang, wird im Freien Leckeres serviert. Route 1 führt über die Dörfer Plötzin und Derwitz und dort zu den Höfen von Familie Hübner, von Stefan Lindicke und zum Tannenhof. Sie gehören zu den 13 Betrieben, die sich zum Werderschen Obst- und Gartenbauverein zusammengeschlossen haben.

Das Obstblütenfest wird noch bis Sonntag, 8. Mai, gefeiert. Die Sonderbusse ab Bahnhof Werder starten zwischen 10 und 16 Uhr: werktags stündlich und am kommenden Wochenende alle 30 Minuten. Weitere Infos: www.havelbus.de.

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