Der Tagesspiegel : Baumriese: Küstendouglasie bei Bad Freienwalde kommt auf 48,20 Meter

Claus-Dieter Steyer

Der höchste Baum Brandenburgs misst genau 48,20 Meter und steht am Baasee bei Bad Freienwalde, rund 60 Kilometer nordöstlich Berlins. Der Landesverband Brandenburg der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) stellte den Baumriesen am Mittwoch vor. Es handelt sich um eine etwa 110 Jahre alte Küstendouglasie mitten in einem dichtbewachsenen Waldstück. Für die Angaben verbürgen sich die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und die Landesforstanstalt Eberswalde, die gestern an einem Wanderweg eine Informationstafel in Sichtweite der Douglasie unter den Klängern von Jagdhornbläsern anbrachten.

Das Ende des Riesens ist vom Boden aus mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen, da die Kronen benachbarter Bäume die Sicht versperren. Forstfachleute setzten deshalb neueste Meßgeräte ein, die das stolze Gardemaß der eigentlich in Nordamerika beheimateten Douglasie zweifellos bestätigten. In Deutschland ist der anspruchslose Baum vor allem Schmuckreisig bekannt und wegen des Apfelsinengeruchs beliebt.

Im deutschlandweiten Vergleich schneidet Brandenburg mit seinem Rekordhalter gar nicht schlecht ab. Der höchste Baum Deutschlands - auch eine Douglasie - steht im Stadtwald von Eberbach in Baden-Württemberg und erreicht die Höhe von 60,10 Meter. Der so genannte Europarekord wird mit 62 Metern von einer Rotfichte im Kubany-Urwald in Böhmen gehalten. Als höchstes Gewächs der Welt gilt seit 1996 ein 112,914 Meter hoher Mammutbaum im Montgomery-Reservat in Kalifornien. 1872 fanden Vermesser in Australien zwar einen 132,58 Meter großen Eukalyptusbaum. Doch dieses Exemplar existiert nicht mehr.

Die Brandenburger Rekord-Douglasie am Baasee weist einen ganz normalen Stamm auf. In Brusthöhe kommt sein Durchmesser auf 78 Zentimeter. Die auf 1000 Jahre geschätzten Gerichtslinden von Seebeck bei Lindow, nordwestlich Berlins, haben im Vergleich dazu einen Umfang von fast zehn Metern. Dennoch wird die Douglasie natürlich als neues Ausflugsziel in der Umgebung der Kurstadt Bad Freienwalde vermarktet. In den nächsten Tagen lohnt sich ein Abstecher an den Baasee ganz besonders. Denn im Revier werden hoch in den Bäumen die Zapfen geerntet - per Hand wie in alten Zeiten.

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