Bayerische Staatsgemäldesammlung : Meisterwerke des Spätbarock

84 Bilder aus der Zeit um 1700 sind demnächst im Neuen Schloss in Bayreuth zu sehen. Die Meisterwerke des Spätbarock aus der Bayerischen Staatsgalerie stellen eine deutschlandweit einzigartige Gemäldesammlung dar.

Staatsgalerie
Teile der Ausstellung "Malerei des Spätbarock" der Bayerischen Staatsgemälde-Sammlung der Staatsgalerie -Foto: ddp

BayreuthMit einem Festakt wird am kommenden Donnerstag (26. Juli) im Neuen Schloss in Bayreuth die Staatsgalerie "Malerei des Spätbarock" der Bayerischen Staatsgemäldesammlung eröffnet. In den restaurierten Räumen der ehemaligen fürstlichen Gartenwohnung sind dann auf 168 Quadratmetern 84 Bilder aus der Zeit um 1700 zu sehen. Zur Eröffnungsfeier der deutschlandweit einzigartigen Gemäldesammlung werden rund 300 geladene Gäste erwartet, darunter der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber, der die Festansprache halten wird.

Zwei Jahre lang hat der Generaldirektor gemeinsam mit einem Team von vier Wissenschaftlern, zwölf Restauratoren und sechs Rahmenbauern an Konzept, Planung und Restaurierung der Bilder und Rahmen sowie der Erstellung von 22 neuen Rokoko-Rahmen gearbeitet. "Wir haben bislang noch keine Galerie mit einem so großen Aufwand vorbereitet." Entstanden sei dabei etwas gänzlich Neues und Einzigartiges. "In Deutschland ist es die einzige Galerie, die sich mit der Malerei des Spätbarocks beschäftigt", so Baumstark. Was den Rang der Bilder betreffe, könne höchstens Dresden Ähnliches aufweisen, jedoch nicht in einer solchen Fülle mit Bildern aus der Zeit um das Jahr 1700.

"Das ist ein unermesslicher, historischer Wert, weil man Bilder dieser Art heute im Handel nicht mehr bekommt", betont Baumstark. So sind die teilweise auf Holz gemalten Kunstwerke, die ursprünglich aus Sammlungen in Düsseldorf, Mannheim, Saarbrücken und München stammen, derart hochempfindlich, dass die Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit in den Ausstellungsräumen konstant geregelt werden muss.

"Picasso passt hier nicht hin"

5,1 Millionen Euro hat allein die siebenjährige Restaurierungsphase der ehemals fürstlichen Gartenwohnung nach historischem Vorbild im Neuen Schloss in Bayreuth gekostet. Bereits im 18. Jahrhundert waren die drei Räume als markgräfliche Gemäldegalerie genutzt worden. "Die Räume haben sich angeboten. Die Stadt, die Geschichte, das Schloss die wunderbare Geschichte von Bayreuth im Spätbarock mit einer unglaublichen Blüte, das passe alles. Hier Picasso einziehen zu lassen, würde überhaupt keinen Sinn machen", so der Generaldirektor.

In den drei Räumen werden vor allem Gemälde aus der holländischen Schule um 1700, deutsche Landschaftsmalereien und Genre-Szenen sowie ein kompletter Raum mit Gemälden des in München tätigen, flämischen Meisters und Hofmalers Peter Jacob Horemans (1700-1776) gezeigt. (mit ddp)