Bayern : U-Bahnschlägern droht Abschiebung

Der bayerische Innenminister verlanngt die Abschiebung der beiden Münchener U-Bahnschläger. Die beiden Männer hatten einem 76-Jährigen Schädelverletzungen und Gehirnblutungen zugefügt. Das Urteil wird heute vor dem Landgericht erwartet.

MünchenBayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) fordert eine Abschiebung der beiden Münchner U-Bahnschläger. Nach der Verbüßung ihrer Haftstrafen müssten die Männer ausgewiesen werden, sagte Herrmann der "Bild"-Zeitung. Alles andere sei "in keiner Weise akzeptabel". "Es würde niemand verstehen, wenn Ausländer, die eine derartige Brutalität an den Tag legen, weiter in Deutschland bleiben können", sagte der CSU-Politiker. Die Anwälte der Männer kündigten dem Bericht zufolge an, gegen die drohende Ausweisung vorzugehen.

Das Urteil gegen die beiden wegen versuchten Mordes angeklagten Männer wird heute (11.30 Uhr) vor dem Landgericht erwartet. Dem 21 Jahre alten Türken Serkan A. und dem 18-jährigen Griechen Spyridon L. wird vorgeworfen, am 20. Dezember vergangenen Jahres einen 76-jährigen Mann in einem Münchner U-Bahnhof brutal niedergeprügelt zu haben. Das Opfer, ein pensionierter Schulrektor, erlitt dabei Schädelverletzungen und Gehirnblutungen.

Eine Überwachungskamera hatte die Tat aufgezeichnet. Die Bilder lösten eine bundesweite Debatte über den Umgang mit jugendlichen Straftätern sowie kriminellen Ausländern aus. Die beiden Männer räumten vor Gericht die Tat ein. Sie beteuerten mehrmals, wie leid ihnen alles tue, und entschuldigten sich damit, völlig betrunken gewesen zu sein. Eine Mordabsicht stritten sie vehement ab. (dw/dpa)