BBI-Airport : Flugverbot nicht erweitert

Am Himmel über dem Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) wird es auch nachts laut werden. Die Ruhezeiten wurden nicht verlängert.

Klaus Kurpjuweit

Schönefeld - Am Himmel über dem Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) wird es auch nachts laut werden. Wie jetzt in Tegel wird es auch auf dem BBI während des Nachtflugverbots startende und landende Maschinen geben, die dafür keine Genehmigung brauchen. Ein Versuch der Grünen in Berlin, den Senat zu bewegen, den Zeitraum des Nachtflugverbots zu erweitern, scheiterte am Montag im Verkehrsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte 2006 ein Nachtflugverbot zwischen 0 Uhr und 5 Uhr verhängt. Starten und landen dürfen in diesem Zeitraum aber Post-, Ambulanz-, Militär-, Polizei- und Regierungsflüge. In Tegel gibt es derzeit zwischen 23 Uhr und 6 Uhr durchschnittlich zwei solcher Flüge, teilte die Stadtentwicklungsverwaltung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Claudia Hämmerling mit.

Ausnahmen gibt es aber auch für Linienmaschinen. In Tegel gilt ein Flugverbot von 23 Uhr bis 6 Uhr, wobei von 23 Uhr bis 0 Uhr nach einer pauschalen Genehmigung geflogen werden darf. Durchschnittlich nutzen zwei Flugzeuge pro Nacht diese Möglichkeit. Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr sind Flüge ganz selten.

Die Grünen wollten auch auf dem BBI-Flughafen in Schönefeld das Nachtflugverbot auf den Zeitraum von 23 Uhr bis 6 Uhr ausdehnen. Mit dem Hinweis auf das Bundesverwaltungsgericht, das nur von 0 Uhr bis 5 Uhr ein Flugverbot erlassen hat, lehnten die anderen Parteien dies ab. Flüge zwischen 22 Uhr und 0 Uhr sowie 5 Uhr und 6 Uhr sollen aber nur möglich sein, wenn sie zu keinem anderen Zeitpunkt stattfinden können. 113 solcher Flüge hat die Flughafengesellschaft beantragt, die meisten davon für die Zeit zwischen 22 Uhr und 23 Uhr. Die Genehmigungsbehörde prüft derzeit den Antrag.

In Berlin rechnet man damit, dass gegen die Genehmigung auf jeden Fall geklagt wird: von Anwohnern, wenn die Behörde zu viele Flüge zulässt, von der Flughafengesellschaft, wenn es zu wenig sein sollten. Klaus Kurpjuweit

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