BBI-Tower : Ein Turm für den Blick in Schönefelds Zukunft

Info-Tower auf der Baustelle des Großflughafens eröffnet. Der Besuch kostet Eintritt und ist nur nach Voranmeldung möglich.

Claus-Dieter Steyer
BBI-Tower - Turm mit Aussicht Foto: ddp
Mit Schleife. Klaus Wowereit und Matthias Platzeck vor dem Info-Tower. -Foto: ddp

Schönefeld - Das Baugeschehen für den künftigen Großflughafen in Schönefeld können Neugierige seit gestern auch aus luftiger Höhe verfolgen. Ein 32 Meter hoher Aussichtsturm bietet einen umfassenden Ausblick auf das rund 2000 Fußballfelder große Baustellen-Areal. Bis zu 80 Personen gleichzeitig fassen die beiden übereinander liegenden Plattformen. Täglich gibt es vier Besichtigungstouren.

Die Eröffnung des Info-Towers mit seiner in sich gedrehten und durchsichtigen Membranaußenhaut geriet zu einer großen Show. Immerhin sollte das an die erfolgreiche Info-Box auf dem Potsdamer Platz angelehnte Gebäude schon im Sommer die ersten Besucher empfangen können. Doch der Entwurf des Architektenbüros Kusus + Kusus stellte die Bauleute vor unerwartete Probleme, die zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen führten. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit wunderte sich über die aufwendig vorbereitete Veranstaltung in der Winterdiensthalle des Flugplatzes in Sichtweite des Turms. „Man könnte glauben, hier wird die Fertigstellung des Großflughafens gefeiert“, sagte er mit Blick auf die mehreren hundert Gäste und das üppige Büfett. „Aber die gibt es erst am 1. November 2011.“ Den Turm selbst nannte er „ein Symbol des Aufbruchs und der Erneuerung“. Viele Menschen glaubten, der Flughafenbau befände sich noch immer in der Planungsphase. „Aber nun kann sich jeder selbst ein Bild von der Realisierung machen.“

Auf den gleichen Effekt hofft Brandenburgs Regierungschef Matthias Platzeck. „Jetzt haben die Menschen die Gewissheit: Das wird was“, sagte er. Der Turm drücke Weltoffenheit aus und mute in seiner Form sogar etwas orientalisch an. Platzecke versicherte, dass er die Sorgen der in den Einflugschneisen lebenden Menschen sehr ernst nehme.

Vom Turm können Dutzende Kräne, Bagger und unzählige Baufahrzeuge beobachtet werden. Dagegen erinnert nichts mehr an die Existenz der umgesiedelten Dörfer Diepensee und Selchow. An deren Stelle entsteht derzeit der unterirdische sechsgleisige Bahnhof, über dem sich einst das Terminal erheben wird. Auch der Verlauf der Autobahn aus der Berliner Innenstadt nach Schönefeld ist erkennbar. Sie soll im Mai nächsten Jahres fertig sein und alle Schönefeld-Skeptiker von der guten Erreichbarkeit überzeugen. Claus-Dieter Steyer

Die Besichtigung des Aussichtsturmes ist ist nur von dem Ausstellungspavillon „Airportworld“ am S-Bahnhof Schönefeld aus möglich. Von dort fahren täglich um 10.30, 12.30, 14.30 und 16.30 Uhr Shuttle-Busse zum Info-Tower auf dem Baustellengelände. Pro Person kostet die Teilnahme an dieser Exkursion zehn Euro – vorausgesetzt ist die vorherige telefonische Anmeldung unter 030-6091 2250. Kinder- und Schülergruppen erhalten Ermäßigungen. In den nächsten vier Wochen gibt es nur noch wenige freie Termine. Informationen unter www.berlin-airport.de

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