Der Tagesspiegel : Bei Jüterbog brennt wieder der Wald

Feuerwehr setzte fünf Flugzeuge und zwei Hubschrauber zur Bekämpfung der Flammen ein

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Jüterbog. Zum dritten Mal binnen weniger Tage ist bei Jüterbog in Südbrandenburg ein Großbrand ausgebrochen. Die Flammen hatten am Montagabend nach Angaben von Heike Lehmann, Sprecherin des Landratsamtes TeltowFläming, nahe den Ortschaften Altes Lager und Malterhausen 70 bis 100 Hektar Wald und Ödland erfasst – eine Fläche, die etwa drei Mal so groß ist wie der Berliner Zoo. Das Feuer, das am Nachmittag gegen 15 Uhr entdeckt worden war, ist doppelt so groß wie der letzte Waldbrand vor einer Woche. Bis Redaktionsschluss war das Feuer nach Angaben von Wolfgang Brandt, stellvertretender Sprecher des Innenministeriums, weitgehend unter Kontrolle. Landesbrandmeister Jürgen Helmdach machte sich selbst ein Bild über die Dimension des Brandes: Er stand bis zum späten Abend im dauerndem Kontakt mit dem Potsdamer Innenministerium.

Die Löscharbeiten gestalten sich deshalb so schwierig, weil 15 einzelne Brandstellen registriert wurden, die zum Teil wegen des unwegsamen Geländes nicht zugänglich sind. 130 Feuerwehrleute aus 15 Wehren versuchten bis Montagabend, das Feuer zu löschen. 28 Löschfahrzeuge wurden auch aus anderen Kreisen zum Einsatzort gerufen. Das Landratsamt hatte am Nachmittag zudem Hilfe über das Innenministerium angefordert. Zwei Spezialhelikopter des Bundesgrenzschutzes und fünf Flächenlöschflugzeuge aus Potsdam waren bis zum späten Abend im Einsatz.

Die Spezialhubschrauber können 1800 bis 2000 Liter transportieren. „Das Wasser wird mit einer riesigen Kelle aus einem Baggersee geholt“, sagte Heike Lehmann. Die Löschflugzeuge werden am Boden betankt. Diese Löschaktionen aus der Luft sind aber grundsätzlich nur bis Sonnenuntergang möglich: „Die Piloten müssen auf Sicht fliegen, so lange es hell ist“, sagte Wolfgang Brandt.

Der Waldbrand reichte bis auf zwei Kilometer an die Ortschaft Malterhausen heran. Nach Angaben von Heike Lehmann vom Landratsamt bestand für den Ort jedoch keine Gefahr. Entgegen anderslautenden Gerüchten sei auch die Bundesstraße 102 nicht für den Verkehr gesperrt worden.

Die Brandursache war bis zum Abend noch nicht bekannt. Das Feuer ist in einem ehemaligen Militärgebiet ausgebrochen, das allerdings nicht in der munitionsverseuchten „Roten Zone“ liegt. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass sich Munition selbst entzündet hat. So war es bei den vorhergegangenen Bränden gewesen. sib

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