Beisetzung : Simbabwer nehmen Abschied von Susan Tsvangirai

In Harare haben Tausende Simbabwer die vergangene Woche bei einem Autounfall getötete Frau des neuen Ministerpräsidenten, Susan Tsvangirai, betrauert. Die 50-Jährige wurde in ihrem Haus aufgebart und soll in ihrer Heimatstadt beerdigt werden.

Susan Tsvangirai
Tausende trauern in dem Stadion in Harare. -Foto: AFP

Tausende Simbabwer haben in Harare Abschied von der bei einem Autounfall getöteten Frau des neuen Ministerpräsidenten Morgan Tsvangirai genommen. Simbabwes umstrittener Präsident Robert Mugabe äußerte sich bei der Zeremonie für Susan Tsvangirai in einer Methodistenkirche erstmals öffentlich zu dem Unfall, für den er "die Hand Gottes" verantwortlich machte. Regierungschef Tsvangirai äußerte sich nicht. Er hatte am Montag einen Mordanschlag ausgeschlossen.

Es werde Tsvangirai Zeit kosten, sich von dem Schock zu erholen, sagte Mugabe. "Ich bitte mit Ihnen darum, es zu akzeptieren, es ist die Hand Gottes", fügte er an Tsvangirai gewandt hinzu: "Seien sie versichert, dass wir mit Ihnen sind." Mugabe sagte weiter, es sei Zeit für Simbabwe, die Gewalt hinter sich zu lassen.

Susan Tsvangirai war in dem Haus der Familie in Harare aufgebahrt; etwa zehntausend Menschen versammelten sich in dem Stadion zu der Trauerfeier, wo Tsvangirai am 11. Februar nach seiner Ernennung zum Premierminister eine Rede vor seinen Anhängern gehalten hatte. Am Mittwoch soll die 50-Jährige, die eine karitative Organisation zum Kampf gegen Aids gegründet hatte, in ihrer Heimatstadt Buhera beerdigt werden.

Umstände des Unfalls weiter unklar

Die Tsvangirais waren 31 Jahre verheiratet und haben sechs Kinder. "Ich möchte Gott danken, dass er es mir erlaubt hat, 31 Jahre mit meiner Frau zusammenzuleben", hatte Tsvangirai nach seiner Rückkehr aus Botswana gesagt, wo er am Wochenende von Ärzten untersucht worden war.

Der Geländewagen des Politikers war am Freitag bei Harare mit einem Lastwagen zusammengestoßen. Die näheren Umstände des Unfalls sind weiter unklar. Der einstige Oppositionsführer Tsvangirai überlebte nach eigenen Angaben bereits vier Attentatsversuche. Er hatte sich monatelang einen Machtkampf mit Mugabe geliefert, bevor im Februar schließlich eine Einheitsregierung gebildet und er zum Regierungschef ernannt wurde. (jvo/AFP)