Sammelaktion für Kinder : Geschenke aus dem Schuhkarton

Zwischen Lederstiefeln und Halbschuhen liegen die Päckchen. Bunt verpackt, mit Schleifen und kleinen Grüßen türmen sie sich zu einem kleinen Berg.

Das Spandauer Schuhhaus EGA ist eine von bundesweit mehr als 3800 Annahmestellen der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“. Seit 1996 sammeln Christen in ganz Deutschland für Kinder in Osteuropa und der Dritten Welt solche Geschenke, die in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Hilfswerk „Samaritans Purse“ in Ländern wie Moldawien, dem Kosovo oder Serbien verteilt werden.

„Wo sonst, wenn nicht in einem Schuhgeschäft, sollte so eine Aktion stattfinden“, sagt Geschäftsführer Alexander Gallipp. Als die Spandauer Melanchthon-Kirchengemeinde mit der Aktion an das Schuhhaus herantrat, sei man sofort bereit gewesen, sich zu beteiligen. Denn sowohl Empfänger als auch Absender des Päckchens erlebten dadurch Weihnachtsfreude. So sieht das auch Pfarrer Jens Jacobi: „Gerade ältere Menschen erinnern sich oft noch an die Care-Pakete, die sie nach dem Krieg erhalten haben – und wollen jetzt ein Hoffnungszeichen für bedürftige Kinder setzen.“ Doch in der evangelischen Kirche ist die Aktion auch auf Kritik gestoßen: Andere Hilfswerke werfen dem Projekt fehlende Nachhaltigkeit vor, schließlich werde den beschenkten Kindern ja nicht dauerhaft geholfen. Und das katholische Bistum Trier kritisierte im Jahr 2010, dass der US-Partner „Samaritans Purse“ das Verteilen der Geschenke mit evangelikaler Missionsarbeit verbinde. Anders sieht das die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW): Die Aktion sei zwar „nicht sonderlich nachhaltig“, sagt Direktor Reinhard Hempelmann, „aber wir raten nicht von ihr ab“.

Wer sich beteiligen will, könne noch bis zum 15. November einen Schuhkarton mit Kleidung und Spielzeug packen und an einer der vielen Sammelstellen abgeben, sagt Projektleiterin Diana Molnar. Gepackt werden sollten die Päckchen entweder für einen Jungen oder für ein Mädchen der Altersklasse 2 bis 4 Jahre, 5 bis 9 oder 10 bis 14 Jahre. Und um die Transportkosten zu finanzieren, sollten für jedes Päckchen zusätzlich sechs Euro an das Hilfswerk überwiesen werden.

Tipps zum Päckchenpacken: www.geschenke-der-hoffnung.org

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