Berlin : 1,7 Millionen Euro in den Sand gesetzt

Der Bund der Steuerzahler kritisiert in seinem neuen Bericht die BVG

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Bei demonstrativem Luxus, zur Schau gestellt und von öffentlichen Geldern bezahlt, läuft der Bund der Steuerzahler (BdSt) zu Hochform auf. Am Dienstag präsentierte der Präsident des Bundes, Karl Heinz Däke, das neue, 31. Schwarzbuch der öffentlichen Verschwendung 2003. Es geht um den großzügigen Umgang mit Steuergeldern im Gesamtwert von 30 Milliarden Euro und alles Weitere, worüber sich die vielen Steuerzahler aufregen können.

Auch Berlin feiert mit bei der großen Geldverschwendungsparty. Beispiel BVG: Zwecks effektiver Kundenbindung gründeten die Berliner Verkehrsbetriebe 1997 den BVGClub, in den jeder kostenlos und ohne weitere Verpflichtung ein- und austreten kann. Für die Mitglieder gibt es beispielsweise vergünstigte Eintrittskarten, Ausflugstipps, Sonderfahrten mit der Partytram und ähnliches. 2002 hatte der Club gut 82 000 Mitglieder. Davon waren aber nur ein Drittel Fahrschein-Abonnenten. Die BVG hatte laut Steuerzahlerbund versäumt, die genauen Daten der Clubmitglieder abzufragen und zu erfassen, so dass es unmöglich sei, gezielt Neukunden zu werben – die eigentlich gewinnbringende Aufgabe des teuren Clubs, der auch eine Zeitschrift herausgibt.

Dieses Versäumnis habe von 1997 bis 2002 zu Verlusten von 1,7 Millionen Euro geführt. Für die folgenden Jahre prognostiziert der Bund der Steuerzahler weitere negative Jahresergebnisse von bis zu 500 000 Euro. Die Sprecherin der BVG, Barbara Mansfield, führt die Verluste dagegen auf gefloppte „Events“ zurück, die der Club für seine Mitglieder veranstaltet hatte. Mansfield sagte, die BVG werde in Zukunft keine Großveranstaltungen mehr anbieten, sondern die Mitglieder nur besser verkehrstechnisch betreuen.

Unterdessen macht sich der Chef des Steuerzahler-Bundes Gedanken, wie die Mentalität „Es ist ja nicht mein Geld“ gestoppt werden kann. Als ahne er, dass das nicht einfach wird, kündigte er schon einmal das 32. Schwarzbuch der öffentlichen Verschwendung an. oom

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