Berlin : 1. Juli 1978

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Vor 25 Jahren wurde ein OstBerliner, der sich dem System verweigerte, verhaftet

BERLINER CHRONIK

Der Ost-Berliner Ralf Schmidt, der zwölf vergebliche Anträge auf Übersiedlung in die Bundesrepublik gestellt hat, ist nach Angaben der Berliner Arbeitsgruppe für Menschenrechte verhaftet worden. Demnach hat Schmidt, der im Vorjahr seine Arbeitsstelle als Schrift- und Plakatmaler verlor, als er sich weigerte, während seiner Arbeitszeit ein Plakat mit dem Porträt von SED-Chef Honecker im „Haus der Elektroindustrie“ am Alexanderplatz anzubringen, vor seiner Verhaftung ein Schreiben an den Bundestagspräsidenten Carstens gerichtet, in der er „im Namen vieler Entrechteter“ in der DDR, die „unter ihrer Berufung auf die Menschenrechte leiden“, um Hilfe gebeten hatte. Wie die Arbeitsgruppe weiter mitteilte, hat Carstens „mit Bestürzung von der Verhaftung gehört“ und sich mit der Bundesregierung in Verbindung gesetzt, um das „von hier aus mögliche für Herrn Schmidt in die Wege zu leiten.“

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