1. Mai in Berlin : Randalierer stören den Frieden

Nach einem friedlichen "Myfest" ist es in Kreuzberg doch noch zu einem Gewaltausbruch gekommen. Randalierer warfen am Heinrichplatz Flaschen, Mülleimer wurden in Brand gesteckt. Die Straßenschlachten vergangener Jahre blieben aber aus.

Berlin - Trotz Ausschreitungen von Randalierern am Abend des 1. Mai in Berlin-Kreuzberg ist die Gewalt nach Einschätzung der Polizei weiter zurückgedrängt worden. Das Konzept der ausgestreckten Hand habe auch in diesem Jahr dafür gesorgt, dass in Kreuzberg bis zum späten Abend friedlich gefeiert werden konnte, sagte Polizeipräsident Dieter Glietsch in der Nacht zum Dienstag. Laut Polizei wurden rund 50 Randalierer festgenommen, die anderen vertrieben. Etwa 40 Einsatzkräfte seien verletzt worden. Gegen Mitternacht hatte sich die Lage beruhigt.

Laut Polizei hatten am Abend Teilnehmer des Myfestes in Kreuzberg am Heinrichplatz Steine und Flaschen auf Polizeibeamte geworfen und Sachbeschädigungen begangen. In der Oranienstraße brannten vier Müllcontainer. Im Bereich Wiener Straße/Manteuffelstraße seien Gegenstände auf U-Bahnwagen geworfen worden, der Verkehr der Linie 1 musste für etwa 45 Minuten unterbrochen werden. Die Polizei nahm 50 Personen fest.

Auch Schaulustige wurden von Flaschen getroffen und mussten von Sanitätern behandelt werden. Laut Polizei gab es aber eher weniger Gewalt als im Vorjahr. Nach Jahren der Eskalation waren die Feiern zum 1. Mai in Kreuzberg im vergangenen Jahr nach Einschätzung der Polizei so friedlich wie seit den Gewaltanfängen 1987 nicht mehr.

Nach Angaben der Polizei war die vorangegangene Walpurgisnacht die ruhigste seit Jahren. In der Vergangenheit war es in der Nacht zum 1. Mai immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Randalierern und der Polizei in Berlin gekommen, bei denen es auch zahlreiche Verletzte gab. (tso/dpa/ddp)

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