Berlin : 1. Mai: Kommentar: Geliebte Feindbilder

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Zum Thema Online Spezial: Die Mai-Krawalle in Kreuzberg
Bilder des Tages: Kundgebungen am Tag, Randale in der Nacht
Ted: Asphalt statt Kreuzberger Pflaster? Innensenator Eckart Werthebach ist konsequent. Was er sich vornimmt, behält er klar im Blick - und ist durchaus nicht erfolglos. Beim Reizthema eines Demonstrationsverbots für Rechtsextreme am Brandenbuger Tor oder der neuen Wache hat es der besonnene CDU-Politiker Werthebach geschafft, auch Sozialdemokraten im Bundestag nachdenklich zu machen. Ein anderer Werthebach ist bei der Nachbereitung der Krawalle am 1. Mai zu beobachten. Da nutzt der Innensenator den parlamentarischen Innenausschuss, die Scharmützel am Mariannenplatz auf dem politischen Feld fortzusetzen. Der CDU und besonders ihrem innenpolitischen Sprecher Roland Gewalt scheint es vorrangig darum zu gehen, den politischen Gegnern eine Verantwortung für die Ausschreitungen anzuhängen. Wenn Werthebach schon jetzt ankündigt, im nächsten Jahr die revolutionäre 1.-Mai-Demonstration erneut verbieten zu wollen, ist auch er offenkundig an Aufarbeitung nicht sonderlich interessiert. Um aus der Straßenschlacht zu lernen und im nächsten Jahr Fehler zu vermeiden, müsste die CDU anerkennen, dass die Grünen und ihr Fraktionschef Wolfgang Wieland keine Steinewerfer sind. Soviel Besonnenheit fällt selbst Werthebach derzeit offenbar schwer.

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