Berlin : 1. Mai: Randalierer-Fotos jetzt im Internet

Vier Gewalttäter des 1. Mai sind jetzt im Internet zu sehen. Die Polizei hat die Fotos der drei Männer und einer Frau nach einem richterlichen Beschluss auf ihre Web-Seite gestellt und bittet die Bürger um Mithilfe bei der Indentifizierung. Es handelt sich um Standbilder von polizeilichen Video-Aufnahmen, die im Verlaufe der Straßenschlacht um den Mariannenplatz entstanden sind. Sie zeigen die Täter jeweils kurz vor oder nach dem Schleudern eines Steines auf Polizeibeamte.

Die Bilder zu finden, ist allerdings nicht ganz leicht: Unter www.polizei.berlin.de muss man erst auf "Pressedienst" klicken, dort dann auf "Aktuelle Meldungen", um schließlich die Meldung "Fahndung nach Steinewerfern" (vom 4. Mai) zu öffnen. Sehr scharf sind die Fotos übrigens nicht.

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Ted: Asphalt statt Kreuzberger Pflaster? Nach Auskunft eines Polizeisprechers ist es eine seit längerem geübte Praxis, Fotos von gesuchten Rechtsbrechern nicht nur über Plakate zu veröffentlichen, sondern auch ins Internet zu stellen. Wie hoch allerdings die Erfolgsquote dieser "virtuellen Steckbriefe" ist, vermochte der Sprecher nicht anzugeben. Bilder von Gesuchten finden sich auf der Polizei-Webseite gewöhnlich unter "Fahndung". Auf die vier Fotos der Steinewerfer hin habe sich bisher noch niemand gemeldet, sagte der Sprecher.

Bürger, die die des Landfriedensbruchs beschuldigten Verdächtigen erkennen, können sich unter der Telefonnummer 699 37 51-8 oder -9 beim Staatsschutz melden.

Wie berichtet, war es am 1. Mai während eines Familienfestes auf dem Mariannenplatz zu schweren Ausschreitungen gekommen. Linke und unpolitische Gewalttäter lieferten sich stundenlange Straßenschlachten mit der Polizei. Nach Angaben von Innensenator Eckart Werthebach (CDU) wurden im Verlaufe der Auseinandersetzungen 166 Polizisten verletzt. 616 Personen wurden vorübergehend festgenommen. Über die Zahl der verletzten Straftäter oder Unbeteiligten gibt es bislang keine Informationen.

Unterdessen wird auch auf Bezirksebene über Konsequenzen aus dem Verlauf des 1. Mai diskutiert. So bezeichnete die SPD Kreuzberg-Friedrichshain einen CDU-Vorschlag als "gefährlichen Blödsinn", demzufolge in Kreuzberg keine Straßenfeste mehr zugelassen werden sollten.

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