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10.000 Fahrer beim Velothon in Berlin : Freie Fahrt für freie Radler

Der Velothon mit 10.000 Radlern rollt durch die Region. Nicht nur Zuschauer sollten einiges beachten. Auch für Berliner gilt: Es fahren viele Busse und Straßenbahnen nicht und das Auto sollten Sie am Sonntag besser ganz stehen lassen.

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Foto: Maurizio Gambarini/ picture alliance

Jetzt kommt es näher, das Sirren der Reifen. Tausende johlen und jubeln den Radlern zu – husch, sind sie vorbei, bis gleich die nächste Gruppe dicht an dicht naht: Statt Autoverkehr jede Menge Spaß bei einem der größten Berliner Sportevents. So erlebten am Sonntag mehr als 120. 000 Zuschauer das zweitgrößte Jedermann-Radrennen Europas „Velothon“.

Rund 10.000 radbegeisterte Teilnehmer traten in die Pedale, wahlweise auf 60 bis 175 Kilometer langen Strecken kreuz und quer durch Berlin sowie durchs Umland. Auch über die „Tempelhofer Freiheit“ führte die Tour – und zwischendurch gab’s Erfrischungen. 113 Radprofis konkurrierten beim „Eliterennen“. Bei dem fünften Berliner Pro Race gewann der Außenseiter Ramon Sinkeldam aus den Niederlande. Der Sprinter aus dem deutschen Giant-Alpecin-Team setzte sich am Sonntag nach 174,7 Kilometern auf der Straße des 17. Juni im Massensprint vor dem Vorjahreszweiten und großen Favoriten Sam Bennett (Irland) und Zico Waeytens (Belgien) durch. Bennett fehlten nach 3:54:42 Stunden nur wenige Zentimeter. 113 Profis waren am Start.

Die meisten aber nahmen am „Jedermann-Rennen“ teil. Denn beim Velothon, das zum achten Male stattfand, können nicht nur Profis und ambitionierte Amateure, sondern vor allem auch Einsteiger und Hobbyradler auf die Strecke gehen.

Nach den Feiern zum DFB-Pokalfinale war Berlin damit schon wieder dicht. Autofahrer mussten teils bis zum späten Nachmittag viel Geduld aufbringen. Vor allem innerhalb des S-Bahnrings sperrte die Polizei Straßen großflächig ab. Zahlreiche Buslinien fielen aus. Und im Start- und Zielbereich an der Straße des 17. Juni ging verkehrsmäßig gar nichts mehr. Dafür war die Stadt in vielen Kiezen überraschend autofrei.

Am Ernst-Reuter-Platz gab es zudem ein Rahmenprogramm mit Livemusik und Bike-Shows. Die Hobbysportler, darunter auch Berlins Eishockey-Legende Sven Felski, fuhren im Jedermannrennen wahlweise 60 oder 120 Kilometer. Startschuss war bereits um 7.40 bzw. 9.50 Uhr an der Straße des 17. Juni. Die Strecke führte durch Berlins Mitte und Westen sowie das südliche Brandenburger Umland über Kleinmachnow bis nach Ludwigsfelde. Zu den Tourhöhepunkten gehörten das Brandenburger Tor, der Potsdamer Platz, der Ex-Flughafen Tempelhof, die Eastside Gallery, das Regierungsviertel und die Siegessäule.

Die Zielgerade lag wieder im Berliner Tiergarten. Die Profisportler, darunter die Teams „Giant-Alpecin“ und „Cannondale-Garmin“, starteten um 12.50 Uhr am Ernst-Reuter-Platz.

Dutzende Buslinien und Straßenbahnlinien waren betroffen, nur die U- und S-Bahnen fuhren nach normalem Fahrplan. Für Autofahrer war eine Querung der Rennstrecke nur an wenigen Punkten möglich: durch den Tiergartentunnel, den Tunnel Unter den Eichen, über die Stadtautobahn A100 und durch den Grunertunnel am Alexanderplatz.

In Brandenburg wird etwa die Bundesstraße 101 ab der Anschlussstelle Ludwigsfelde Ost in Richtung Berlin am Sonntagvormittag zeitweise voll gesperrt, auch einige Ortsdurchfahrten in Ludwigsfelde, Kleinmachnow, Stahnsdorf, Sputendorf und Schenkenhorst sind am Sonntag betroffen.

Die Verkehrsbehinderungen sorgen für teilweise erheblichen Unmut nicht nur bei Anwohnern. Besonders betroffen ist der Bereich rund um den Tiergarten. Hier geht zurzeit gar nichts mehr. Die Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule ist noch bis zum 11. Juni komplett gesperrt – am kommenden Wochenende folgt schon das Fanfest für das Champions League Finale.

Den genauen Streckenverlauf mit den Straßensperrungen können Sie unter auf der Seite des Veranstalters unter www.garmin-velothon-berlin.de einsehen.

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