Berlin : 100 000 Euro für nackte Tatsachen

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Der nackte Klaus Wowereit ist wieder da. Mit gepiercter Brustwarze trifft man ihn derzeit in der Charlottenburger Pestalozzistraße 106 – auf dem schrillen Riesengemälde „Paris Bar“ des bulgarischen Malers Dimitri Vojnov . Wir erinnern uns: Im November vorigen jahres verursachte die Darstellung des Regierenden Bürgermeisters und der vermeintlichen Berliner Nachteulen wie Sabine Christiansen, Udo Walz, Gregor Gysi beinahe diplomatische Verwicklungen. Im bulgarischen Kulturzentrum war eine Ausstellung geplant, die der Präsident des Balkanlandes bei seinem BerlinBesuch eröffnen sollte. Doch dann hatten die Verantwortlichen Angst vor der eigenen Offenheit: Während es Wowereit locker nahm, so freizügig dargestellt zu werden, sagten die Bulgaren die Schau kurzerhand ab. „Der Zeitpunkt der Ausstellung ist sehr ungünstig“, hieß es damals, und deshalb müsse sie verschoben werden. Maler Vojnov, der damals in Frankfurt am Main lebte, zeigte sich tief enttäuscht, witterte „künstlerische Zensur“ und wollte sich für immer von Berlin verabschieden.

Doch nun ist der 56-Jährige wieder in der Stadt. Samt Acht-mal-anderthalb-Meter-Gemälde, eigener Wohnung und eigener 60-Quadratmeter-Galerie. Den Ärger von damals versteht der Maler bis heute nicht: „Ich respektiere die Leute, die ich gemalt habe.“ Beschwert habe sich keines seiner Modelle, von denen er allerdings noch keines persönlich in seine Galerie eingeladen hat. Aber vielleicht sollte er mal darüber nachdenken. Möglicherweise findet sich ja unter Karl Lagerfeld, Boris Becker, Alfred Biolek, Rudolph und Co. ja ein Käufer für das farbenfrohe Acrylbild. Es steht jetzt nämlich zum Verkauf. 100000 Euro möchte Vojnov haben. Ein stolzer Preis? Immerhin malte der Künstler mehrere Monate an dem Werk. Und ehe der erste Strich getan war, hatte Vojnov fast ein Jahr gegrübelt. Und überhaupt: So viele Promis auf einmal gibt es nirgends. Und vor allem nicht nackt. ling

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