Berlin : 100 Jahre Caritas in Berlin: Brockensammlung, Pfortenspeisung, Suppenküche

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Die Armen zu speisen, gestrandeten Reisenden ein erstes Obdach zu geben und alleinstehenden Frauen und ihren Kindern zu helfen: Die Aufgaben, die sich dem Caritas-Verband in Berlin stellten, als er am 11. März 1901 vor 100 Jahren gegründet wurde, sind bis heute dieselben geblieben. Was zu Beginn des 20. Jahrhunderts die "Brockensammlung" war, sind heute die Kleiderkammern für Wohnungslose und sozial Schwache. Aus den traditionellen Pfortenspeisungen katholischer Pfarreien entstanden 1923 rund 40 Volksküchen in Berlin, die täglich rund 4000 warme Essen austeilten.

Die größten von der Caritas mitgetragenen Suppenküchen im Franziskaner-Kloster in Pankow und in der Kirche St. Marien-Liebfrauen in Kreuzberg speisen heute nicht nur Obdachlose, sondern immer mehr alte Menschen Mütter und Kinder. Dazu kommt ein Netz von Caritas-Beratungsstellen und Sozialstationen.

Die staatliche Unterstützung der Arbeit des katholischen Hilfsverbandes begann 1906 mit der Beihilfe von 300 Mark durch den Minister des Innern. Heute leide die Caritas unter der Sparpolitik des Landes Berlin, sagte gestern der Caritasdirektor Axel Brünner. Während die Zuschüsse nach der Wiedervereinigung noch einmal stark anstiegen, sanken sie seit Mitte der 90er Jahre kontinuierlich. Seit 1996 mussten 300 von ehemals 1700 Mitarbeitern entlassen und unter anderem die Familienhilfe und die Kindererholung eingestellt werden. Am morgigen Sonnabend feiert die Caritas ihr Jubiläum ab 15 Uhr mit einem Festgottesdienst in der St. Hedwigs-Kathedrale.

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