• 100 Jahre für das Moabiter Strafgericht Festliche Töne und eine Ausstellung zum Jubiläum

Berlin : 100 Jahre für das Moabiter Strafgericht Festliche Töne und eine Ausstellung zum Jubiläum

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Blasmusik hallte durch die mächtige Eingangshalle: Zum 100-jährigen Jubiläum des Kriminalgerichts Moabit hatte Hausherr Alois Wosnitzka gestern zum Festakt eingeladen. Der Präsident des Amtsgerichts Tiergarten zitierte vor zahlreichen Gästen eine Einschätzung, die fast so alt ist wie das Gebäude, aber nach wie vor geteilt werden könne: „Es gibt wenige Gerichtsstätten mit gleich persönlicher Note in der Welt.“

Justizsenatorin Karin Schubert (SPD) stellte die Festschrift vor, die Amtsgerichtspräsident Wosnitzka zum Jubiläum herausgegeben hat. Sie habe das 184 Seiten umfassende Buch in einem Zug durchgelesen. „Es lohnt sich“, warb die Senatorin für die Festschrift, die im Buchhandel erhältlich ist. Es sei ein buntes Porträt des Kriminalgerichts aus verschiedenen Perspektiven – aus Sicht von Rechtsanwälten, ehemaligen und noch amtierenden Richtern, Staatsanwälten, Verwaltungsbeamten sowie einer Journalistin.

Zum Jubiläum zog nun Kunst in die Eingangshalle. „Hinschauen mit Justitia“ heißt die Ausstellung von Philipp Heinisch, die gestern eröffnet wurde und bis Ende Juni öffentlich und kostenlos zugänglich ist. Heinisch, der bis 1992 Strafverteidiger in Moabit war, will grafisch für das Recht werben – „in seiner Idealform ebenso wie in der Diskrepanz von rechtlichem Anspruch und Wirklichkeit“. Für den Grünen-Politiker und Juristen Wolfgang Wieland war es eine sichtliche Freude, als er für einführende Worte ans Rednerpult trat: Heinisch einem Juristen-Publikum nahe zu bringen, sei wie Akten nach Moabit zu tragen.

Heinisch lebt als freier Karikaturist und Maler in Berlin und hat seine Kunstwerke in mittlerweile 80 Ausstellungen in Gerichten und Behörden zeigen können. K. G.

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