• 1000 Geschäfte wollen am kommenden Sonntag öffnen - eine Rekordbeteiligung wird erwartet

Berlin : 1000 Geschäfte wollen am kommenden Sonntag öffnen - eine Rekordbeteiligung wird erwartet

Cay Dobberke

Alle Berliner Geschäfte dürfen am kommenden Sonntag dank einer Ausnahmegenehmigung des Senats von 12 bis 17 Uhr öffnen. Anlass sind ein Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie und eine Sanitärmesse. Das DFB-Pokalendspiel am Sonnabend im Olympiastadion zählt offiziell nicht zu den Gründen für die Erlaubnis. Der Einzelhandelsverband nimmt an, dass mindestens 1000 Geschäfte am Sonntag öffnen werden, was Rekord wäre.

Den Wermutstropfen bildet die von vielen Händlern kritisierte Vorschrift, dass sonntags geöffnete Läden am Sonnabend schon um 14 statt 16 Uhr schließen müssen. Der Kaufhof am Alexanderplatz reagiert darauf mit einem Frühaufsteher-Wettbewerb: Die ersten 1000 Kunden, die am Sonnabend um neun Uhr ins Haus kommen, erhalten Einkaufsgutscheine über je zehn Mark.

Zum ersten Mal beteiligt sich das KaDeWe an der Tauentzienstraße am Sonntagsverkauf. Bisher hatte der Betriebsrat dies stets verhindert. Doch nun stimmte ein Schlichter im Einigungsverfahren gemeinsam mit der Geschäftsführung. Einschränkungen wird es nur in der "Schlemmer-Etage" im sechsten Stock geben. Das dortige Personal sollte von 10 bis 15 Uhr statt 12 bis 17 Uhr arbeiten, damit alle Speisen an den Verzehrständen pünktlich zur Öffnung der Kaufhaustüren zubereitet sind. Aber das Landesamt für Arbeitsschutz lehnte dies ab.

Von den Häusern des Karstadt-Konzerns öffnen auch Wertheim am Kurfürstendamm, Wertheim Steglitz und Karstadt Steglitz an der Schloßstraße, Karstadt Wedding an der Müllerstraße, Karstadt-Sport am Neuen Kranzler Eck in Charlottenburg und Hertie Bundesallee an der Ecke Walther-Schreiber-Platz in Steglitz.

Ebenfalls in Steglitz beteiligt sich Peek & Cloppenburg. Die Filiale an der Tauentzienstraße bleibt dagegen zu: "Der Betriebsrat hat nicht zugestimmt. Wir konnten noch nie sonntags öffnen", bedauerte Verkaufsleiterin Yvonne Malamatas. Für ein Schlichtungsverfahren habe die Zeit nicht mehr gereicht. Man plane nun aber ein solches Verfahren, um vielleicht wenigstens den übernächsten verkaufsoffenen Sonntag am 1. Oktober nutzen zu können. Bei den Kunden könne der falsche Eindruck entstehen, "dass P &C den Sonntagsverkauf nicht nötig hat", befürchtet die Verkaufsleiterin.

Der Kaufhof öffnet neben seiner Filiale am Alex auch die Häuser am Ostbahnhof, in Hohenschönhausen sowie in Marzahn (dort erst um 13 Uhr). In der Friedrichstraße in Mitte beteiligen sich unter anderem das Kaufhaus Galeries Lafayette und das Kulturkaufhaus Dussmann. Letzteres darf trotzdem am Sonnabend wie immer bis 22 Uhr öffnen - Dussmanns einzigartige Spätverkaufserlaubnis macht es möglich.

Auch die Einkaufszentren planen den Sonntagsverkauf - so etwa die Potsdamer-Platz-Arkaden in Tiergarten, das Europa-Center am Breitscheidplatz, die Gropius-Passagen in Neukölln, das Gesundbrunnen-Center in Wedding, die Tegeler Hallen am Borsigturm, das Linden-Center in Hohenschönhausen und das Ring-Center in Friedrichshain.

Ferner laden mehr als 35 Antiquitätenläden zwischen dem Wittenberg- und Nollendorffplatz in Schöneberg ihre Kunden für den Sonntag ein, wie die Arbeitsgemeinschaft "Das Antiquitätenviertel" mitteilte.

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