Berlin : 1001 Nacht auf der Insel

Mit einem Hofbasar und vielen Veranstaltungen feiert die Islamische Abteilung im Pergamon-Museum am Wochenende ihr 100-jähriges Bestehen

Cay Dobberke

Von Basarhändlern, dem Geruch orientalischer Spezialitäten und Volksmusik aus dem einstigen Osmanischen Reich werden Besucher der Museumsinsel in Mitte an diesem Wochenende vor dem Pergamon-Museum empfangen. Denn das im Pergamon-Museum ansässige Islamische Museum feiert mit einem Hoffest und zahlreichen Veranstaltungen im Inneren sein 100-jähriges Bestehen.

„Wir wollen die Schönheit des Orients und der Kunst zeigen – und damit auch ein Zeichen zur Verständigung zwischen den Kulturen setzen“, sagt die Organisatorin des Festes, Karin Schmidl. Das Jubiläum biete außerdem die seltene Gelegenheit, „alle Künste zusammenzuführen“ – von Musik und Theater bis zum Schatten- und Puppenspiel.

Die Dauerausstellung im Museum bestehe „nur aus Meisterwerken“ und genieße daher weltweit hohes Ansehen, sagt Schmidl. Besonders bekannt sind die umfangreichen Sammlungen an Teppichen und Miniaturen und die Steinfassade des jordanischen Wüstenschlosses Mschatta. Gezeigt werden auch Stuckwände aus Palästen im irakischen Samarra und arabische Kalligraphien.

Am 18. Oktober 1904 hatte Wilhelm von Bode das Berliner Publikum bei der Eröffnung des Kaiser-Friedrich-Museums (dem heutigen Bodemuseum) mit der Islamischen Abteilung überrascht. Die Bestände stammten zum Teil aus der Preußischen Kunstkammer, andere Werke waren private Leihgaben. Bode selber stiftete seine Teppichsammlung. Die Fassade von Mschatta war ein Geschenk des türkischen Sultans an den deutschen Kaiser. 1932 zog die Islamische Abteilung ins Pergamonmuseum um. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangten Teile der Sammlung in den Westteil Berlins. Diese Werke wurden im Schloss Charlottenburg und bis Ende der 90er Jahre in Dahlem gezeigt. Erst seit dem Frühjahr 2000 ziert die komplette Sammlung wieder das Pergamon-Museum.

Museum für Islamische Kunst im Pergamonmuseum, Bodestraße 1-3. Geöffnet ist es dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 22 Uhr. Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 4 Euro. Telefon 2090 55 66, Internet: www.smb.spk-berlin.de

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