Berlin : 11 270 Euro für Giamblanco gespendet

Frank Jansen

Orazio Giamblanco findet zunächst vor Freude kaum Worte. Dann sagt der seit einem rechtsextremen Überfall schwerbehinderte Italiener, er sei „sehr glücklich“, dass so viele Leser des Tagesspiegels für ihn gespendet haben. Bei der gemeinsamen Aktion der Zeitung und der Vereine Opferperspektive und Weißer Ring sind 11 270 Euro eingegangen – weit mehr, als angesichts der Krise zu erwarten war.

Im Dezember hatte die Spendenaktion begonnen, nachdem der Tagesspiegel in seiner jährlichen Reportage geschildert hatte, wie es dem in Bielefeld lebenden Giamblanco, seiner Lebensgefährtin Angelica Berdes und ihrer Tochter Efthimia geht. Ein Skinhead hatte 1996 in Trebbin (südlich von Berlin) seine Baseballkeule gegen Giamblancos Kopf geschlagen. Der Italiener überlebte nur knapp. Er leidet unter spastischer Lähmung, kann nur mühsam sprechen und wird von Schmerzen und Depressionen gequält. Angelica Berdes gab ihre Arbeit 1996 auf, um Giamblanco zu pflegen. Der Italiener und die beiden Frauen bedanken sich bei allen Leserinnen und Lesern. Der Tagesspiegel, der Verein Opferperspektive, der Menschen betreut, die von Rechtsextremisten attackiert wurden, sowie der Weiße Ring, der sich um Kriminalitätsopfer kümmert, schließen sich dem Dank an.

In Trebbin gibt es inzwischen auch eine Spendenaktion. Bei einem städtischen Konto und einem Benefizkonzert für Orazio Giamblanco sind 1288,34 Euro eingegangen. Auf das Konto kann weiter eingezahlt werden. Die Daten lauten: Mittelbrandenburgische Sparkasse, Konto der Stadt Trebbin, Stichwort „Spende für Herrn Giamblanco“, Kontonummer 3 647 021 740, Bankleitzahl 160 500 00. Wer eine Spendenquittung benötigt, kann sich ans Rathaus Trebbin wenden (Tel.: 033731-8420). Frank Jansen

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