Berlin : 11. August 1978: Der Tag nach dem großen Regen

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Vor 25 Jahren berichteten wir über einen Wolkenbruch, der uns in diesen Wochen als geradezu surrealistisch erscheint

BERLINER CHRONIK

Zerschlagene Blumen in den Gärten, Fallobst unter Apfel und Birnenbäumen, zerstörte Gräber auf den Friedhöfen künden noch von dem „großen Regen“, der dreißig Stunden hindurch auf Berlin herunterprasselte. Aber wo der Wald alt-ehrwürdigen, dichten Baumbestand aufweist, wo der Sandboden besonders trocken und ausgedörrt war, da ist die Nässe nicht sonderlich in die Tiefe gedrungen. Nach etlichen Zentimetern rieselt es bereits wieder wie in einer Eieruhr. Die Wasserfachleute der Senatsbauverwaltung winken ab, wenn die Frage gestellt wird, wieviel von diesen 115 Liter pro Quadratmeter denn wohl dem Grundwasser zugute gekommen sein könnte. „So ein Niederschlag bringt kaum etwas.“ Das meiste läuft über die Vorfluter in Flüsse und Seen und wird somit einfach weggespült, ohne in die Tiefe dringen zu können. Generell wird damit gerechnet, daß etwa 26 Prozent der jährlich fallenden Niederschlagsmenge in einer Stadt wie Berlin das Grundwasser bereichern.

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