Berlin : 13 Monate Warten auf einen Bescheid Job-Center erklärt das mit hohen Belastungen

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Auch nach einem Dreivierteljahr haben die JobCenter mit der Umsetzung von Hartz IV noch viele Probleme. Besonders schlechte Erfahrungen machte Olaf Konopka aus Tempelhof. Vor beinahe 13 Monaten stellte er – damals noch – bei der Arbeitsagentur den Antrag auf Arbeitslosengeld II; einen Bescheid hat er bis heute nicht erhalten.

Deswegen klagt Konopka jetzt beim Sozialgericht. Auf Nachfrage räumt das Job-Center Tempelhof-Schöneberg ein, das seit Januar für die Empfänger des Arbeitslosengeldes II zuständig ist, es bis jetzt nicht geschafft zu haben, den Bescheid zu erstellen. „Das ist durchaus misslich“, sagt der zuständige Teamleiter Detlev Jaglin. Als der Antrag im vergangenen Jahr einging, sei die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter extrem hoch gewesen, so dass die Unterlagen nicht schnell genug geprüft wurden. Der Fall Konopka sei zudem nicht einfach gewesen; einige Unterlagen hätten nachgereicht werden müssen. Aber im Mai seien die Akten komplett gewesen, das sagt auch Jaglin.

Passiert ist seither trotzdem nichts. „Ich habe danach keine vernünftige Antwort mehr bekommen“, sagt Konopka, der seit 1996 arbeitslos ist. Mehrmals sei er im Job-Center gewesen und immer unverrichteter Dinge nach Hause geschickt worden. Gelebt hat er in dieser Zeit von der Unterstützung durch Freunde und von einem Nebeneinkommen in Höhe von rund 100 Euro im Monat.

„Gänzlich mittellos war der Mann ja nicht“, sagt Teamleiter Jaglin. Aber erklären kann er nicht, warum der Antrag des 57-Jährigen nicht bearbeitet wurde. Allenfalls so, dass auch im Mai die Arbeitsbelastung in dem Job-Center wieder immens war: Nach einem halben Jahr mussten sämtliche ALG-II-Bescheide neu bewilligt werden.

Aber jetzt soll Konopka, gelernter Kaufmann und Betriebswirt für Rechnungswesen, nicht länger warten müssen. Noch in der kommenden Woche soll der Bescheid an ihn herausgehen – verbunden mit einer Entschuldigung des Job-Centers. sik

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