Berlin : 14. April 1978

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Vor 25 Jahren berichteten wir über die Krise der Reißverschluß-Branche

BERLINER CHRONIK

Auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung unterrichtete der kaufmännische Geschäftsführer der Berliner Opti-Werke, Thelen, die Betriebsangehörigen über die bevorstehende Entlassung von etwa 80 Beschäftigten.

Die Fertigung der Reißverschlüsse herstellenden Firma mit insgesamt 108 Beschäftigten wird damit fast vollständig eingestellt. Die Opti-Gruppe mit 1800 Arbeitnehmern im Bundesgebiet will in Berlin künftig nur noch ein Lager und eine Vertriebsstelle führen und eine kleine Fertigung für den Berliner Bedarf aufrechterhalten. Thelen machte die übermächtige japanische „Umklammerung" auf dem Reißverschlußmarkt für diese Maßnahmen verantwortlich.

Die Industriegewerkschaft Metall forderte den Senat auf bekanntzugeben, wieviel öffentliche Mittel oder Billigkredite dem Unternehmen zugeflossen sind. Sie vermutet, daß die mit öffentlicher Unterstützung für das Berliner Werk in den letzten Jahren eingekauften Maschinen in Billiglohnländer gebracht würden und die Schließung des Betriebes für die Opti-Gruppe „ein großes Geschäft" sei.

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