• 14 Durchsuchungen bei Managern der Bankgesellschaft Untersuchungsausschuss: Kontrollen funktionierten nicht

Berlin : 14 Durchsuchungen bei Managern der Bankgesellschaft Untersuchungsausschuss: Kontrollen funktionierten nicht

NAME

Die Justiz hat ihre Ermittlungen wegen Verdachts der Untreue und des Kapitalanlagebetrugs bei der Bankgesellschaft Berlin verstärkt. Zusammen mit dem Landeskriminalamt und weiteren Polizeidienststellen durchsuchte die Staatsanwaltschaft am Dienstag die Privaträume von 14 ehemaligen Top-Managern nach Beweismaterial. Unter den Betroffenen sollen auch der frühere Vorstandschef des Konzerns, Wolfgang Rupf, der frühere CDU- Fraktionsvorsitzende und Ex-Chef der Berlin Hyp, Klaus Landowsky, der ehemalige Landesbank-Vorstandsvorsitzende Ulf Decken sowie der frühere IBG-Geschäftsführer Manfred Schoeps gewesen sein. Die Aktion stand in Zusammenhang mit zwei Verfahren der Sonderermittlungsgruppe Bankgesellschaft.

Diese richten sich laut Justizpressestelle sowohl gegen Vorstände der Bankgesellschaft und ihrer Konzerntöchter als auch gegen Geschäftsführer der Immobilien- und Baumanagement der Bankgesellschaft Berlin GmbH (IGB), der Immobilien Beteiligungs- und Vertriebsgesellschaft der Bankgesellschaft Berlin mbH (IBV) sowie der Bavaria Objekt und Baubetreuung GmbH (BOB). Den Beschuldigten werde vorgeworfen, Objekte überteuert oder ohne Prüfung der tatsächlichen Ertragsaussichten für die Fondsgesellschaften erworben zu haben. Dies habe zu Schäden in Millionenhöhe geführt. Die Bankenvorstände seien an Entscheidungen als Aufsichtsräte der IBG beteiligt gewesen. Außerdem bestehe der Verdacht, dass sie für die Verlagerung von Kreditrisiken auf die Immobilientöchter verantwortlich sind.

Im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Bankgesellschaft wurde gestern die Frage nach Mangelhaftigkeit der Kontrollen laut. Schon bei der Gründung der Berliner Bankgesellschaft Anfang der 90er Jahre hätten die Vorstände der Holding über genügend „Machtmittel“ verfügt, um die unter dem Dach des Konzerns vereinigten Teilbanken zu kontrollieren, sagte Wolfgang Steinriede, langjähriger Chef der Berliner Bank und erster Vorstandschef des Bankenkonzerns. Doch „dieses Zepter wurde nicht geschwungen“, sagte Ausschusschef Klaus Uwe Benneter (SPD). Nun gelte es zu klären, wer die Verantwortung trägt und damit das Bankendesaster mit drohenden Verlusten in Höhe von 21 Milliarden Euro auslöste. Steinriede hatte versichert, er habe von dem Ausmaß der Immobilienfondsgeschäfte nichts gewusst. Diese Aussage steht für die Grüne Barbara Oesterheld „klar im Widerspruch“ dazu, dass die Bank schon unter Steinriede Sorglos-Fonds auflegte, deren Risiko der Steuerzahler trug.dpa/ball

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben