Berlin : 14 Grad im Schatten - noch kein 6. Februar war so warm in Berlin

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Dieses warme Wohlgefühl: Wenn die Stadt in hellen Farben leuchtet, die Sonne das Gesicht streichelt und die Luft nach Frühling riecht. Dann ist Winter in Berlin, ein Möchtegern-Winter wie dieser erste des neuen Jahrtausends jedenfalls. Plus 14 Grad maß "Meteofax" gestern, und das selbst im sonst so unterkühlten Spandauer Eiskeller. Damit geht der 6. 2. 2000 als der wärmste sechste Februar seit Aufzeichnungsbeginn in Dahlem Anfang 1900 ein.

Der wärmste Februartag aller (vermessenen) Zeiten in Berlin war der gestrige aber nicht. Meteorologe Thomas Globig zufolge stieg die Quecksilbersäule am 22. Februar 1990 gar auf 19,3 Grad. Für Wintermüde Seelen-Doping, für die Natur aber noch kein Anlass für Frühlingsgefühle. Pflanzen haben nicht nur Sonnen-Sensoren, sondern auch solche für die Dauer eines Tages. So lassen sie sich von den Strahlen nicht hinters Licht führen. Doch Allergiker spüren, dass Hasel- und Erlenpollen fliegen. Normal für einen ordentlichen Februar wären derzeit zwei bis drei Grad - mit minus zwei wurde in der Nacht zu gestern immerhin die kälteste Temperatur ganz Berlins und Brandenburgs in Spandau gemessen. Ein krachend kalter Winter ist immer noch nicht in Sicht. In Berlin soll sich das Himmelsblau heute wieder hinter Regenwolken verstecken, dann kommt, ebenfalls verfrüht, Aprilwetter.

Dass Hoch "Ernst" pünktlich zum Wochenende derart warme Lüfte aus Afrika bis nach Berlin schaufelt, damit hatte selbst Chef-Meteorologe Jörg Kachelmann nicht gerechnet. Am Mittwoch prognostizierte er seinen Besuchern vom Tagesspiegel in der Schweiz für den Berliner Sonntag elf Grad.

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